/// Rubrik: Region

Kritik zeigt Wirkung: Stadtverwaltung will Bürgerbeteiligung

Konstanz/Tägermoos – Im Pappel-Streit räumt die Konstanzer Stadtverwaltung ein, Fehler gemacht zu haben. Nach Unmutsbekundungen von Gemeinderäten aufgrund eines unabhängigen Gutachtens will sie jetzt mehr Bürgerbeteiligung zulassen.

Baumpfleger Fabian Dietrich.(Bild: F.-J. Stiele-Werdermann)

Baumpfleger Fabian Dietrich. (Bild: F.-J. Stiele-Werdermann)

«Wir wollen das Thema im Juni im Technischen und Umweltausschuss diskutieren», kündigt Martin Wichmann vom Konstanzer Umweltamt an. Im Anschluss an die letzte Sitzung des Ausschusses– dort war seiner Stadtverwaltung die Geschichte um die Ohren geflogen – gesteht er Fehler ein. «Wir haben die Notwendigkeit, mehr Raum für Diskussionen zu geben, falsch eingeschätzt.»

Alle Positionen sollen gehört werden. Zusätzlich soll ein externer Sachverständiger die Bäume beurteilen. Im Anschluss soll eine Bürgerinformation und Ortsbegehung stattfinden. Im Juli entscheidet der Gemeinderat. «Bisher haben unsere Sachverständigen die Pappeln begutachtet», erklärt Wichmann. Dies sei nach standardisiertem Verfahren erfolgt. Deswegen könne der Öffentlichkeit auch kein Gutachten ähnlich dem des unabhängigen Berner Baumpflegers Fabian Dietrich präsentiert werden. «Eine Gegendarstellung wird es von uns nicht geben, denn viele unserer Positionen decken sich mit denen Dietrichs», sagt Wichmann überraschenderweise.

Im Tägermoos am Seerhein wurden bislang 41 der 116 Pappeln gefällt. Seit 9. Februar ist Fällstopp. Das besagte, von der Fondation Weber in Auftrag gegebene Gutachten des Baumpflegespezialisten mit eidgenössischem Fachausweis hatte für einigen Aufruhr gesorgt. Fabian Dietrich kam zu dem Schluss: «Kein Baum hätte aus Gründen der Sicherheit gefällt werden müssen.» Auch die gefällten Bäume seien weder krank noch alt gewesen. Der Baumpfleger geht davon aus, dass die Bäume im optimalen Fall bis zu 300 Jahre alt werden können. Dafür müsste die Stadtverwaltung Konstanz allerdings Pflege- und Kontrollkosten in Höhe von rund 10000 Franken im Jahr ausgeben. Und dennoch: «Ein Restrisiko bleibt auch bei vitalen und sicheren Bäumen immer.»

Alles zum Gutachten.

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.