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Lehrplan 21 soll vors Volk

Frauenfeld – Ein breit abgestütztes Komitee lanciert eine Volksinitiative «Ja zu einer guten Thurgauer Volksschule – ohne Lehrplan 21».

Kritik am Lehrplan 21. (Bild: tm)

Kritik am Lehrplan 21. (Bild: tm)

Um die Fehlentwicklungen des «bürokratischen Lehrplan-Molochs» zu beseitigen, soll das Thurgauer Volk über den Lehrplan befinden. Denn die Volksschule ist viel zu wichtig – sie darf nicht den Bildungsbürokraten überlassen werden.
Seit Jahren beobachten Lehrbetriebe bei ihren Lehrlingen grundlegende Mängel im Lesen, Schreiben und Rechnen sowie in der Einstellung zur Arbeit. Eltern müssen zu Hause stundenlang mit ihren Kindern am Schulstoff arbeiten, weil er vielerorts in der Schule nicht mehr systematisch und verständlich unterrichtet wird. In der Volksschule hat ein dramatischer Richtungswechsel stattgefunden.

Schleichend wurde ein neues Bildungsverständnis eingeführt. Dieses geht davon aus, dass Lernen automatisch stattfindet, wenn Schülerinnen und Schüler in geeigneten Räumen mit didaktischem Material möglichst selbständig an individuellen Wochenplänen arbeiten. Das Resultat sind bereits heute viele orientierungslose Kinder und Jugendliche, unzufriedene Lehrpersonen und Eltern, die Teile des Lehrauftrages selber übernehmen sollen.
Darüber wurde nie offen diskutiert, obwohl dies gerade von Seiten der Lehrerschaft immer wieder gefordert wurde. Gerade für lernschwache Kinder hat dieses Vorgehen fatale Folgen. Denn wie kann man Kompetenzen erlernen, wenn einem keine Kompetenzen mehr beigebracht werden?

Mit dem Lehrplan 21 würden die Schulleistungen nicht nur in den zentralen Fächern Deutsch und Mathematik weiter sinken, sondern auch andere Fächer wie Schweizer Geschichte, Koch- und Hauswirtschaftsunter- richt, Handarbeiten und Werken würden nur noch rudimentär unterrichtet. Damit würde das kostbare Gut der Bildung aufs Spiel gesetzt. Aus Sorge über diese Fehlentwicklungen hat sich ein breit abgestütztes Initiativkomitee aus Eltern, Lehrpersonen vom Kindergarten- bis zur Hochschule, Heilpädagogen, Unternehmern, Lehrmeistern, Kadermitarbeitern und Vertretern fast aller politischen Parteien von links bis rechts zusammen gefunden und die Volksinitiative «Ja zu einer guten Thurgauer Volksschule – ohne Lehrplan 21» lanciert. Sie fordert eine Volksabstimmung über neue Lehrpläne und einen Lehrplan mit verbindlichen Jahrgangszielen für die einzelnen Fächer.

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