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Psychedelischer Rock auf Bio-Bauernhof

Tägerwilen – Junge Leute aus Konstanz organisieren am Samstag, 25. Juli, ein Festival mit vier internationalen und einer Schweizer Band auf dem Partyplatz von Bio-Bauer Christian Schwarz. Der Anlass ist nicht gewinnorientiert, folgt ökologischen Prinzipien, ist offen für jedermann – und bietet nicht zuletzt fantastische Live-Musik.

Die vier vom «Cosmik Kollectiv» sind grenzübergreifende Kultur-Aktivisten: (v.l.) Monika Krajka, Holden Deadfield, Marvin Scherer, Dorian Butzer.(Bild: sb)

Die vier vom «Cosmik Kollectiv» sind grenzübergreifende Kultur-Aktivisten: (v.l.) Monika Krajka, Holden Deadfield, Marvin Scherer, Dorian Butzer. (Bild: sb)

Psychedelic und Stoner Rock, das sind die Doors und Black Sabbath, das sind lange Haare, Schlaghosen, experimentelle Song-Strukturen und launische Lichtdesigns. Aus dieser Tradition heraus entstehen heute neue Bands mit ganz eigenen, innovativen Klängen, die hier aber unterrepräsentiert sind. «In St. Gallen oder Winterthur treten Szenebands einmal im Monat auf», sagt Monika Krajka vom «Cosmik Kollectiv». «Dann fahren sie weiter in die Grossstädte. In diese Lücke wollten wir stossen.» Die junge Frau gehört zu einem losen Zusammenschluss von Musikern, Studenten, Künstlern und Arbeitern, der seit rund zwei Jahren Konzerte mit dieser Musikrichtung im Kreuzlinger und Konstanzer Raum veranstalten.

Selbst den Preis entscheiden
Mit der «Nothing Hill Psychedelic Day Fair» planen sie erstmals einen Open-Air-Event, denn im Wald oder in der Wüste aufzutreten gehört in der Szene zum guten Ton. Fünf Bands spielen tagsüber, der Strom kommt von Solarzellen, es gibt nur lokale Getränkemarken und Selbstgekochtes. Die Eintrittspreise sind in drei Klassen aufgeteilt: Unterstützer zahlen freiwillig mehr, und wer knapp bei Kasse ist, nimmt statt des regulären das Sparfuchs-Ticket. Die Karten sind ebenso wie die Eintrittsbändel selbstgemacht.

Der Anlass ist indes nicht nur ökologisch, sondern auch atmosphärisch. Das «Cosmik Kollectiv» ist bekannt für ausgefallene, selbstgemachte Dekorationen. Ihm gehören derzeit 13 Personen an, wer sich mit einbringen will, ist herzlich willkommen. Informationen gibt es über die Webseite www.cosmikkollectiv.org.

«Uns geht es auch um Vernetzung», erklärt Krajka. «Wir arbeiten mit anderen Gruppen zusammen. Unter anderem kommen St. Galler und bieten Essen an.» Standgebühren kennt das Nothing Hill nicht, und sowieso stehen hinter der Organisation keine finanziellen Interessen.

Leidenschaft statt Profit
«Uns geht es darum, einen Lücke im hiesigen Kulturraum zu schliessen», verdeutlicht Holden Deadfield die Motivation der Truppe. Diese trifft sich mit dem Engagement des gastgebenden Bio-Bauers Christian Schwarz. «Es ist einfach toll, dass er subkulturellen Veranstaltern diese Möglichkeit bietet», lobt Deadfield. «Und das nicht aus Profit, sondern weil er’s gut findet.»

Laute Gitarren, lange Haare
Musikfreunde dürfen sich auf jeden Fall auf ein Festival mit toller Musik freuen. «Wir konnten einige der besten Bands der Szene gewinnen», versprechen die Veranstalter unisono. Mit dabei ist die Schweizer Band «Black Willows», die drei deutschen Gruppen «Swan Valley Heigts», «Pretty Lightning» und «Datashock» sowie «Saiga» aus Prag.

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