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Antisemitische Flyer verteilt

Kreuzlingen – Am 1. Dezember wurden in Kreuzlingen Handzettel in Briefkästen geworfen, in denen der Völkermord an den Jüdinnen und Juden während des Zweiten Weltkriegs geleugnet wird.

Der Holocaust wird im FLyer als Phantasiegeschichte abgetan. (Bild: zvg)

Der Holocaust wird im Flyer als Phantasiegeschichte abgetan. (Bild: zvg)

So ist auf dem Flyer zu lesen, dass die Shoa nur ein von Jüdinnen erfundenes Märchen sei, um vom eigenen Mord an neun Millionen Deutschen abzulenken. Die Umkehr von Opfern zu vermeintlichen Tätern ist eine beliebte Strategie unter Leugnern der Shoa. Neben dieser kriminellen Leugnung des wohl brutalsten Völkermords in der Menschheitsgeschichte werden weitere krude, antisemitische Diffamierungen auf dem Flyer verbreitet, die den Stereotyp vom alles kontrollierenden Judentum postulieren.

 

 

 

Der Holocaust als Geld-Erpressungs-Industrie. (Bild: zvg)

Der Holocaust als Geld-Erpressungs-Industrie. (Bild: zvg)

Die Thurgauer Jungsozialistinnen und Sozialisten stellen sich gegen den Antisemitismus und jede Form rassistischer Hetze und haben daher beschlossen, Anzeige gegen Unbekannt wegen dieses klaren Verstosses gegen die Rassismusstrafnorm zu erstatten. Sie wollen nicht zulassen, dass Rassisten mit ihrer verbrecherischen Ideologie die Gesellschaft vergiften und werden sich auch in Zukunft gegen jeden rassistisch motivierten Angriff stellen!

 

 

 

Flavio Brühwiler, Co-Präsident der Juso Thurgau. Die Juso hat Anzeige gegen Unbekannt eingereicht. (Bild: zvg)

Flavio Brühwiler, Co-Präsident der Juso Thurgau. Die Juso hat Anzeige gegen Unbekannt eingereicht. (Bild: zvg)

Flavio Brühwiler, Co-Präsident der Juso Thurgau äusserte sich zu dem Vorfall folgendermassen: «Anonym den Holocaust zu leugnen ist feiger Rassismus. Dagegen wehren wir uns!». Co-Präsidentin Rahel Geyer fand folgende Worte: «Es darf nicht sein, dass eine hasserfüllte Ideologie, die schon einmal den Mord an Millionen ermöglichte, Fuss in der Gesellschaft fasst. Deshalb: Kein Fussbreit rassistischer Hetze!»

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7 thoughts on “Antisemitische Flyer verteilt

  1. Hauser

    Was dem Antisemiten nicht gelang, nämlich seine feigen und widerlichen Lügen flächendeckend zu verbreiten, haben Sie für ihn erledigt! Der Hassbrief landete lediglich in ein paar Briefkästen. Die Kreuzlinger Zeitung bietet eine Plattform und verbreitet diesen Hassbrief an eine ungezählte Leserschaft. Ich würde mir wünschen, Sie böten diese Unterstützung durch Publikation auch einmal unseren Kreuzlinger Vereinen, die sich auch über eine Veröffentlichung ihrer Artikel freuen würden!

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    1. Emil Keller

      Guten Tag Herr Hauser

      “Wehret den Anfängen!”, wäre auch eine Argumentation, über den Vorfall zu berichten.

      Wie der Name KreuzlingerZeitung schon sagt, berichten wir über alles, was mit Kreuzlingen zu tun hat, allem voran über die Kreuzlinger Vereine. Da der Platz in einer Zeitung begrenzt ist, kann es jedoch mal vorkommen, dass ein Artikel keinen Platz findet und auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden muss. Im Allgemeinen sind wir aber bemüht, alle Einsendungen aus Kreuzlingen zu veröffentlichen.

      Freundliche Grüsse
      Emil Keller
      Redaktor KreuzlingerZeitung

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    2. Bruno Neidhart

      Den Hinweis in der Kreuzlinger Zeitung auf eine „antisemitische Briefkastenaktion“ in Zusammenhang zu bringen mit dem Wunsch, „auch einmal unseren Kreuzlinger Vereinen“ eine solche „Plattform“ zu bieten, entspringt einem ungeschickten Umgang mit Geschichte. Wenn sich jemand publizistisch durch die einheimische Presse zu wenig berücksichtigt fühlt, sollte er sich ohne den angesprochenen Umweg direkt mit dem entsprechenden Organ in Verbindung setzen. So einfach ist das.

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    3. schiesser

      Nicht nur die Kreuzlinger Zeitung hat über den widerlichen Flyer berichtet, sondern auch die Thurgauer Zeitung und die Kreuzlinger Nachrichten. Meiner Meinung nach völlig zu Recht. Wenn in Kreuzlingen solche Machwerke verbreitet werden, sollte man das nicht auf die leichte Schulter nehmen und die Bevölkerung sollte wissen, dass es in ihrer Mitte Leute gibt, die offenbar aus der Geschichte nichts gelernt haben. Die Polizei wiederum sollte die Verfasser ermitteln . Und auch wenn die Nachrichtenauswahl einer Zeitung nie ganz neutral sein kann, weil die Ereignisse gewichtet werden müssen, ist es mit Sicherheit wichtiger, darüber zu berichten, als in aller Ausführlichkeit einen weiteren Vereinsbericht zu veröffentlichen. Denn 1. kommen die örtlichen und regionalen Vereine in den hiesigen Blättern nicht zu kurz, 2. müssen Vereinsberichte hin und wieder auch redaktionell gekürzt werden (können), weil für Nicht-Vereinsmitglieder vielleicht (als Beispiel) die Tatsache, dass es am Chlaushock Härdöpfelsalat und Beinschinken gab, nicht wirklich rpickelnd zu lesen ist. Auch nicht, ob Velorennfahrer XY bei Sonne im Jura startete, dann vom Regen überrashct wurde und wiedre bei Sonnenschein durchs Ziel ging. Solche Dinge stehen aber manchmal in Vereinsberichten – der Platz in einer Zeitung ist aber begrenzt.

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  2. Gabriele

    Hallo,

    ich kann mich Herrn Hauser nur anschliessen. Mein Entsetzen war gross, als ich gelesen habe, dass Sie diesen „Müll“ auch noch abdrucken und den Antisemiten so eine Super-Plattform bieten. Ihre Gegenargumentation „Wehret den Anfängen“ zum Abdrucken der Hasspost ist dürftig . Der kurze Artikel hätte vollkommen ausgereicht um die Leser zu sensibilisieren. Als Journalist haben Sie den Auftrag die Leser vorurteilslos zu informieren, aber keine Werbung für Hassbotschaften zu machen um damit irgendwelche hirnlosen Mitmenschen zu unterstützen.

    Freundliche Grüsse

    Gabriele

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    1. schiesser

      @Gabriele: „vorurteilsfrei informieren“ – aber bitte nicht vollständig? Über etwas reden und schreiben, aber die LeserInnen nicht wissen lassen, worüber genau? Das wäre etwa so, als ob man über die Vorlage des Bundesrates zur Sanierung der Altersversorgung schreiben würde, ohne dass diese Vorlage irgendwo nachzulesen wäre. Was bedeuten würde, dass die LeserInnen auch nicht nachprüfen könnten, ob das, was im Artikel bejauptet wird, auch stimmt. Merkwürdige Vorstellung von Information. Die Veröffentlichung der Texte lässt es zudem zu, sich ein eigenes Urteil über das Ausmass des Stusses zu bilden, der da verschickt wird, unters Volk zu bringen. Wenn man das konsequent umsetzen würde, was Sie im letzten Satz fordern („keine Werbung für Hassbotschaften um irgendwelche hirnlosen Mitmenschen zu unterstützen“) sähe es mit den Veröffentlichungen einer ziemlich grossen Partei aber reichlich mau aus.

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  3. Pingback: Erneut Nazi-Propaganda in Kreuzlingen : JUSO Thurgau

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