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«Etwas muss sterben, damit Neues entsteht»

Kreuzlingen – Gegründet 1982 ist die GEWA stetig gewachsen. Damit stieg auch der Aufwand und der nötige Professionitätsgrad der Gewerbemesse. Nachdem die langjährige Messeleiterin Renate Giger ihren Rücktritt erklärte, hat sich die Genossenschaft GEWA nach alternativen Lösungen umgeschaut. Diese hat sie in ihrer Auflösung gefunden.

(Bild: Archiv)

(Bild: Archiv)

Noch nie war eine Generalversammlung der Genossenschaft GEWA so gut besucht wie an ihrer 35. Ausgabe. Rückblickend lässt sich sagen, dass die GEWA 2015 mit rund 150 Ausstellern allein auf Schweizer Seite ein voller Erfolg war. Die Zusammenarbeit mit Konstanz habe gut funktioniert und auch das Rahmenprogramm mit Abendunterhaltung sei gut besucht gewesen. Das spiegelte sich auch im Gewinn von 25107 Franken wieder. «Das ist der höchste Gewinn den wir je gemacht haben und darauf können wir stolz sein», präsentierte Vorstandsmitglied Renate Giger die Rechnung. Dieser Überschuss soll die geplante Liquidation des Vereins ermöglichen.

Nicht mehr zeitgemäss
«Es ist nicht mehr zeitgemäss, dass das Gewerbe selbst eine Messe organisiert und ausführt», erklärte Genossenschaftspräsident Werner Meister die Beweggründe hinter der Auflösung. Nach dem Rücktritt von Messeleiterin Renate Giger war der Zeitpunkt für eine Neuausrichtung gekommen. Sollte es auch 2017 noch eine GEWA geben, musste jedoch schnell eine Lösung her. Diese fand man in Thomas Gut und seinem Verein für Messe und Veranstaltungsorganisation. Mittels Lizenzvereinbarungen zwischen dem Gewerbeverein und Gut konnte die Marke GEWA übergeben werden. «Es gab auch Interessenten von ausserhalb die GEWA zu kaufen. Wir wollten diese jedoch in Kreuzlingen behalten», erklärte Meister.

Die 19 Genossenschafter erkundigten sich noch im Detail über die Lizenzverträge und bei Thomas Gut über seine Absichten mit der Messe. Dieser versicherte im besten Interesse für die Stadt und ihr Gewerbe die Messe weiterzuführen. «Der eingeschlagene Weg, das lokale Gewerbe zu motivieren, soll weitergeführt werden», sagte Gut. Es sei jedoch keine leichte Aufgabe, das Projekt zu übernehmen.

Die Genossenschafter sprachen sich schliesslich einstimmig für die Liquidation aus. Die Statuten verlangen jedoch eine Zweidrittelmehrheit aller 72 Genossenschafter, weshalb die nächste GV für den 13. April einberäumt wurde. An dieser kann der Verein dann mit einer anwesenden Zweidrittelsmehrheit aufgelöst werden. «Manchmal muss etwas sterben, damit Neues entstehen kann», begründete ein Genossenschafter den Entscheid.

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