/// Rubrik: Leserbriefe

Lebendige Demokratie

Leserbrief – 1958 bei der Abstimmung über den Kauf des Seeburgareals hatten die Frauen noch kein Stimmrecht. Eine briefliche Abstimmung gab es noch nicht. (Emil Heeb, sehr alter Alt-Stadtammann)

(Bild: archiv)

Das Stimmrecht musste am Wochenende an der Urne ausgeübt werden.  In allen Parteien wurde an einer besonderen Versammlung ausgiebig diskutiert Die Gegner befürchteten eine untragbare finanzielle Belastung. Die Befürworter wiesen auf den grossen ideellen Wert hin. Der Stadtrat versprach, das Land in der Hochhauszone beim «Hörnliberg»für eine Ueberbauung zu verkaufen.

Heute, bei der Abstimmung über das Stadthaus, wurde durch die Behörde sehr eingehend informiert.  An einer Grossveranstaltung, organisiert durch die Quartiervereine, wurde das Pro und Contra   dargelegt. Eine Gruppe Befürworter , die sich mit grossem persönlichem, auch finanziellem Aufwand engagierte, nutzte auch diese Gelegenheit, für ein Ja zu werben.
Die finanzielle Belastung war kein Thema, obwohl in den Kosten auch die schon lange wünschenswerte Einstellhalle enthalten war, aber praktisch keinen  Bezug zum Stadthaus hat.
Für Parteien aber war diese wichtige Vorlage und auch jüngst jene über die Romanshornerstrasse keine Versammlung wert.

Aber: Parteien sind  doch eine der wichtigsten Voraussetzungen in einer lebendigen Demokratie.

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Ein Gedanke zu „Lebendige Demokratie

  1. Bruno Neidhart

    Und 1963 kam es dann zur Abstimmung, ob das Arboretum im südlichen Seeburg-Schlossareal, zusammen mit dem „Hörnliberg“, mit Hochhäusern (18 Stockwerke, einige Wohnblocks, Supermarkt, verkehrstechnische Erschliessung) zu überbauen sei. Der damalige Stadtrat weibelte mit perfektem Prospektmaterial für das Vorhaben. Die meisten Parteien warben ebenso für eine Überbauung. Eines der Argumente hiess damals: „Wenn wir das Land nicht verkaufen können, gibt es in Kreuzlingen keine Kantonsschule“. Die Abstimmenden waren weitsichtiger und sagten dann überdeutlich: „Keine Bebauung des Parkareals““. Resultat: Heute hat die Stadt zwei Maturitätsschulen, oben drauf noch eine Pädagogische Hochschule und weitere wissenschaftliche Institute (u.a. Thurgauer Wirtschaftsinstitut/TWI im Verbund mit der Uni Konstanz, Geschäftsstelle Internatonale Bodensee-Hochschulen/IBH). Politik ist manchmal ein kompliziertes Geschäft bei Zukunfts-Vorhersagen von gewählten Protagonisten. Daran hat sich bis heute nichts geändert. Zum Trost kann jetzt Seeburg-Wein getrunken werden, wenn es mal nicht wie vorgesehen läuft (Oder einfach Thurgauer Süssmost!!!).

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