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Da brodelt’s im Bierkeller

Kreuzlingen – Vier Freunde, ein Kessel, ein Keller, das sind die Zutaten fürs erste Kreuzlinger Craft Beer. Es trägt den Namen «Chrüzlinger Pfütze» und ist ab 1. April zum ersten Mal käuflich zu erwerben.

Haben einfach Bock auf Bier gehabt: (v.l.) Valentin Huber, Adrian Langenegger, Roman Langenegger und Frank Behrendt. (Bild: Stefan Böker)

Wer derzeit an der Egelseestrasse vorbeiläuft, mag zu bestimmten Zeiten einen speziellen Maischeduft in der Luft erschnuppern. Kein Wunder, befindet sich hier doch die Mikrobrauerei des neuen Vereins «Xlinger». Im Keller eines  Wohhauses kann man Valentin Huber, Frank Behrendt sowie Adrian und Roman Langenegger bei der Bierherstellung über die Schulter schauen. Hier wird alles von Hand gemacht: Vom Schroten der Gerstenmalzmischung über das Ansetzen vom Sud bis zum Abfüllen und Verkorken der Flaschen erledigen die Braumeister jeden Arbeitsschritt selbst.

Ein aufwändiger Prozess. Für die U-30er steht dabei der Spass an der Herstellung im Vordergrund – und am Trinken. So habe sich die Clique ja auch kennengelernt, berichtet Huber. «Wir kennen uns aus der Schulzeit und sassen oft, ausgerüstet mit Fischerruten und Bier, am Ufer unseres schönen Bodensees.» Die vier wurden über die Jahre enge Freunde, auch gefeiert wurde oft. Angesichts ihres eigenen Bierkonsums sei das Projekt, eine eigene Brauerei zu eröffnen, dann irgendwann keine Schnapsidee mehr geblieben, meint er mit einem Augenzwinkern. Huber: «Ich kaufe meinen Pizzateig ja auch nicht im Coop.»

Roman Langenegger erzählt: Nach einem Konzertabend im Kofmehl hatten es sich die verkaterten Vier am Ufer der Aare gemütlich gemacht. Sie verkosteten ein lokales, handwerklich hergestelltes Bräu und befanden: «Das können wir auch!». Das war am 1. Oktober 2016.

Der neue Gerstensaft ist ansprechend verpackt. (Bild: xlinger.ch)

Gesagt, getan. Die Suche nach einer geeigneten Lokalität für das Vorhaben gestaltete sich allerdings nicht einfach. Ein Keller sollte es sein, wenn möglich Parterre. Der jetzige Ort erwies sich als Glücksfall. Hier können die Bierbrauer auf die volle Unterstützung ihres Vermieters zählen. So packte dieser tatkräftig mit an, um die Vorgaben der Lebensmittelinspektion umzusetzen – was letztendlich wiederum der Qualität des Bieres zugute kommt. «Unseres schmeckt jetzt schon besser als das in Solothurn», sagt Langenegger überzeugt, stösst mit seinen Freunden an und nimmt eine kräftigen Schluck.

Learning by Doing
Am Rezept haben die drei Ingenieure und der Pädagoge lange getüftelt und es bereits mehrere Male angepasst. Am Anfang standen Bücherwälzen, Internetrecherche und ein Bierbraukurs in Egnach. Dann galt es, die Geschmacksidee fürs eigene Bier in ein Hopfen-, Hefe- und Malzprofil umzusetzen. «Wir starten mit einem untergärigen Lagerbier», erklärt Frank Behrendt den Charakter der «Chrüzlinger Pfütze». Zum Einsatz kommen drei verschiedene Sorten Malz: Münchner und Pilsener Malz sowie Caramalz. Eine Raketenwissenschaft wollen sie aber aus dem Vorgang nicht machen. Und sich selbst auch nicht zu wichtig nehmen, das verdeutlicht der Namen schon.

Kontrast zur Massenware
Etwa 700 Liter vom neuen Gerstensaft gab es schon, das Bier wurde an Freunde und Bekannte verschenkt, die vier erprobten den richtigen Prozess. Mittlerweile stapeln sich die Brauzutaten säckeweise im Keller. Leere Flaschen mit dem eindrücklichen Logo des Kreuzlinger Grafikdesigners und Nachbarn von Huber, Marcel Möri, lagern auf Paletten, erste Fässer haben sie auch schon besorgt. Den 50-Liter-Braukessel ersetzt in Kürze einer, der 200 Liter fasst. Etliche Harasse stehen bereit zum Marktgang. Von den Behörden haben sie die Brauerei-Nr. 980 bekommen. Bärlauch-Bier, Sauerbier oder Indian Pale Ale – sie wollen, wenn es mal läuft, viele weitere Sorten brauen.

Auch das Logo stammt von einem Kreuzlinger. (Bild: zvg)

Zur Eröffnung des Begegnungszentrums Trösch am Boulevard am 1. April kommt die Öffentlichkeit erstmals in den Genuss des Bieres. Daneben sollen die Pfützen auch per Rampenverkauf an einem festen Brautag, denkbar wäre etwa jeder erste Dienstag oder Freitag des Monats, oder auf Bestellung erhältlich sein. «Die Details müssen wir noch austüfteln», sagt Adrian Langenegger. «Wir wollen das Bier zudem an verschiedenen Veranstaltungen und in bestimmten Kneipen anbieten.»

Weitere Testmöglichkeiten:  an der Kunstnacht am 8. April, im Sommer beim Seeburgtheater, im Kultling Backstage sowie an der «Langen Nacht der Bodenseegärten». Infos auch auf der Homepage. Bestellen bei valentin@xlinger.ch.

 

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