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Bautätigkeit rettet die Tägerwiler Rechnung

Tägerwilen – An der Vorabinformation zur Gemeindeversammlung vom Dienstag, 2. Mai, erläuterte der Gemeinderat die veranschlagten Traktanden. Grösster Punkt wie immer bei der Versammlung im Frühling ist die Rechnung der Politischen Gemeinde Tägerwilen.

Tägerwilen blickt auf eine blühende Zukunft. (Bild: archiv)

Diese schliesst im 2016 mit einem Gewinn von 129’264 Franken ab. «Eigentlich hatten wir wegen der vergangenen Steuerfussreduktion auf 35 Prozent mit einem Verlust von 81500 Franken gerechnet», erklärte Gemeinderat Jörg Sinniger. Die Rechnung 2016 ist gezeichnet durch zwei massgebliche Abweichungen. So nahm der Steuerertrag bei den natürlichen Personen wie erwartet ab, jedoch wurde dieser durch Erträge der Grundstücksgewinnsteuer in Höhe von 375’000 Franken ausgeglichen. Auch die Ausgaben in der Sozialen Wohlfahrt halten sich auf einem tiefen Niveau, einzig die Kosten für ausserfamiliäre Kinderbetreuung stieg um 34’000 Franken auf 117’000 Franken an. Der gesamte Personalaufwand stieg um drei Prozent bzw. 76’000 Franken und auch der bauliche Unterhalt fürs Gemeindehaus hat sich um 39’000 Franken erhöht.

Grosse geplante Investitionen hielt der Gemeinderat jedoch zurück. Hier waren 600’000 Franken budgetiert gewesen, wovon schlussendlich nur 145’000 Franken ausgegeben wurden. Verschiedene Erschliessungen sowie die Sanierung der Meierhofstrasse erübrigten sich. Einzig die Sanierung der Castellstrasse konnte in Angriff genommen werden.
Die Tägerwiler Werke hingegen verzeichneten in den vergangenen Jahren grosse Investitionen. Das Wasserwerk konnte den Verlust vom Vorjahr mit einer Tariferhöhung auffangen und verzeichnet für das Jahr 2016 einen Gewinn von 153’000 Franken. Auch das Elektrizitätswerk hatte eine Tariferhöhung vorgenommen, dennoch resultierte ein Verlust von 111’184 Franken. «Der Aufwand für den Unterhalt der Leitungen war enorm», so Sinniger. Zudem hat sich Gottlieben dem freien Strommarkt zugewandt. 1,5 Mio. Franken wurden im 2016 investiert, was sich auch auf die fällig werdenden Abschreibungen niederschlägt. Die eigenen Einnahmen reichen mittlerweile nicht mehr aus, was in einem beträchtlichen Finanzierungsfehlbetrag mündet, welcher über das Kontokorrentkonto bei der Gemeinde gedeckt ist.

Sanierung von Strasse und Kreuzlinger Schwimmbad
Neben der Rechnung dürfen die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger am 2. Mai über eine weitere Sanierungen befinden. Der Gemeinderat stellt ein Werkleitungskreditbegehren in Höhe von 484’000 Franken, um die Wasser- und Stromleitungen in der Pflanzbergstrasse wieder auf Vordermann zu bringen. Auch eine neue Beleuchtung soll angebracht werden.
Desweiteren hat der Gemeinderat im 2016 das Grundstück «Roosegarte» an der Konstanzerstrasse für 508’032 Franken erworben. Dieser Betrag soll nun vom Landkaufkreditkonto ins Finanzvermögen der Gemeinde überführt werden, wozu die Exekutive eine Zustimmung der Gemeindeversammlung benötigt.
Grund zur Diskussion sorgte bei den anwesenden Ortsparteipräsidenten der Betriebskostenbeitrag an das neue Kreuzlinger Schwimmbad Egelsee. Vorgesehen ist nicht mehr ein Zustupf zu den Baukosten, sondern nur noch ein jährlicher Betriebsbeitrag in Höhe von 15 Franken pro Einwohner. Der Beitrag ist auf zehn Jahre befristet und wird fällig, sobald das Thermalbad saniert und erweitert wurde.
Das sollte 2021 der Fall sein. Bis dahin sind 4700 Tägerwiler Einwohner prognostiziert, wodurch rund 70’000 Franken jährlich an die 980’000 Franken hohen Betriebskosten fliessen. «Tägerwiler erhalten deshalb 15 Prozent Rabatt», so Gemeindepräsident Markus Thalmann und rechnete vor, das bei 600 Jahresabonnenten rund 18’000 Franken wieder an die Einwohner zurückfliessen. «Es ist nicht mehr als Recht, wenn wir uns an diesem regionalen Projekt beteiligen», so Thalmann und wies darauf hin, dass auch andere Nachbargemeinden bereits ihre Unterstützung zugesichert haben.

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