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Wundersamer Wald

Kreuzlingen – Vergangenen Samstag gab es am Waldtag einen Querschnitt durch die hiesige Flora und Fauna zu betrachten. Im Mittelpunkt stand die Preisverleihung «Eiche 2200» an die Bürgergemeinde Kreuzlingen. Danaben stellten sich zahlreiche Institutionen vor, welche im oder für den Wald tätig sind.

Ruedi Wolfender, von der Bürgergemeinde Kreuzlingen und Jasmin Audemars, Präsidentin des Stiftungsrates der Fondation Audemars Piguet, weihen die neue Tafel zur «Eiche 2200» ein. (Bild: ek)

Diesen Preis verdanken wir auch unseren Vorfahren, welche mit ihrem weitsichtigen Denken die Eiche in unserem Wald Lebensraum gegeben haben», sagte Urs Neuweiler, Präsident der Bürgergemeinde Kreuzlingen, anlässlich der Preisverleihung «Eiche 2200». Zum siebten Mal verlieh der Verein proQuercus den mit 30’000 Franken dotierten und von der Fondation Audemars Piguet gesponsorten Förderpreis. Die Bürgergemeinde Kreuzlingen hatte sich diesen mit ihrer langjährigen Politik der Eichenförderung verdient. Auch die kürzlich eingeleitete Projekt «Eichen für unsere Zukunft» trug ihren Teil dazu bei. Dabei erhält die Waldbesitzerin nicht nur ihre Eichenbestände, sondern schafft auch konsequent Flächen für Jungeichen. Eine Altholzinsel sowie ein Eichen-Sonderwaldreservat Bernrainhau sind bereits ausgeschieden worden. Weitere Flächen mit teilweisem Eichennutzungsverzicht sind in Vorbereitung. Damit soll langfristig ein Eichenbestand von 20 Prozent gehalten werden.

Die Haltung solch grosser Eichenflächen ist nicht ohne finanzielles Risiko verbunden. Zwar produziert die Eiche ein edles Holz, doch wie der Name «Eiche 2200» schon andeutet, entfalten die neu gepflanzten Bäume erst in Jahrhunderten ihre volle Wirkung. Bis dahin kann aus dem Holz wenig Kapital geschlagen werden. Für die Natur ist die Eiche jedoch äussert wertvoll. Das Buchengewächs bildet das Gerüst der Wälder im Flachland, ist Lebensraum für unzählige Insekten, Vögel und Kleinsäuger und trägt so zu einer hohen Biodiversität bei. Dennoch braucht die Eiche viel Pflege und Hilfe bei der Aufzucht. Hier setzt der Verein an, mit dem Preisgeld Waldbesitzer finanziell in ihrer Durststrecke zu unterstützen. «In Zeiten, in denen es der Forstwirtschaft nicht rosig geht, sind solche Projekte keine Selbstverständlichkeit», betonte Stefan Studhalter, Präsident von proQuercus.

Regierungsrätin Carmen Haag richtete eine Grussbotschaft an die Bürgergemeinde: «Die Eiche ist ein Zukunftsbaum», verkündete sie und würdigte damit auch die Arbeit des verstorbenen Revierförsters Daniel Geiger. «In seiner 20-jährigen Amtszeit hat er sechs Hektare neue Eichenflächen geschaffen», so Haag. Der Preis sei deshalb auch ein Zeichen der Anerkennung für Geigers Philosophie. Auch Erich Tiefenbacher, zuständiger Kreisforstingenieur, gratulierte der Bürgergemeinde zu dieser Weitsicht. «Die Eiche ist eine wertvolle, heimische Baumart.»

Nach dem Festakt ging es am Waldtag zum gemütlichen und informativen Teil über. Über zehn Vereine und Organisationen stellten ihre Arbeit und Leidenschaft vor. Beim Imker gab es Honigwaben samt Königin zu bestaunen, die Jäger präsentierten ihre stolzesten Tierpräparate und klärten über ihr Hobby auf und der Verein Festungsgürtel lud zur Bunkerbesichtigung ein. Beim Verein für Pilzkunde konnten die hiesigen Pilze bestaunt und bestimmt werden und der Vogelschutzverein Kreuzlingen und Umgebung ging dem Specht auf die Spur. Impressionen des geselligen Waldtages an der Wildsauenhütte finden Sie in unserer Bildergalerie.

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