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Ein Feuerwerk für Augen und Ohren

Kreuzlingen – Noch mehr Feuerwerk! Im Kreuzlingen Hafenbecken gibt es nun bereits am Freitag eine Pyroshow. Das Besondere: Die Musik gibt dabei den Ton und die Lichteffekte an. Damit will das Fantastical einen weiteren Akzent setzen.

Feuerwerker Peter Joder (l.) und Markus Baiker, Präsident des Fantasticals, begutachten das Kreuzlinger Hafenbecken, in dem das musikalische Feuerwerk minutiös geplant wird. (Bild: ek)

In Konstanz wird das diesjährige Feuerwerk wieder von Musik untermalt sein. Mit dem Intendanten der Südwestdeutschen Philharmonie haben die deutschen Pyrotechniker ein Musikprogramm zusammengestellt, das zum See- feuerwerk passen soll. Zwei Werke von Edvard Grieg wurden eigens für den Abend vom klassischen Orchester eingespielt. Doch nicht selten wundert man sich als Zuschauer auf der Schweizer Seite, was denn genau das Lichtspektakel mit der musikalischen Begleitung gemein haben soll. Im Takt kommen die Knaller auf der gegenüberliegenden Seeufer auf jeden Fall selten an.
In Kreuzlingen wagen die Verantwortlichen nun auch ein musikalisches Feuerwerk, betonen dabei aber, dass es nicht nur als Begleitung gedacht ist, sondern Attraktion in sich selbst ist. «Musik und Feuerwerk unterstützen sich gegenseitig», so Stephan Schuler vom Organisationsteam. Damit will das OK auch dem Publikum am Freitagabend ein «Zückerli» bieten.

Drei Schuss pro Sekunde
Damit es kein verwaschenes und unrythmisches Geböllere wird, dafür sorgt Peter Joder. Der Pyromantiker, eine Wortkreation aus Pyrotechniker und Romantiker, hat dabei im Hafenbecken genau Mass genommen. Eine Plattform mit Feuerwerk kommt im Kursschschiffhafen auf etwa 40 Meter Entfernung zum Ufer zum Schwimmen. Ein zweites, näheres Floss trägt «Bananenlautsprecher», welche in alle Richtungen schallen.
Mit diesen Abständen ist sichergestellt, dass Schall und Licht im exakt gleichen Zeitpunkt an der Promenade ankommen. Eine Arbeit, bei der es auf Millisekunden ankommt: «Es sind 550 Zündungen in 600 Sekunden geplant. Insgesamt ertönen 1600 Schüsse», erklärt Joder den 30000 Franken teuren Ablauf.

Orchestriertes Feuerwerk
Der Anfang ist auf jeden Fall explosiv. Der Abend wird mit den «Hells Bells» von AC/DC eingeläutet, darauf folgt Feuerwerksmusik von Händel. Danach brennt der See förmlich: Gasbrenner sowie Feuerräder lassen das Wasser erglühen, darüber ertönt der aus dem Film «Kill Bill» bekannte Knaller «Battle Without Honor or Humanity». «Da spürt man förmlich die Energie des Feuers am Seerand», so Joder. Zum Schluss kommt auch in Kreuzlingen ein Orchester zum Zug. Doch nur in Form von Pyrotechnik. Mittels akustischen Effekten wird in drei Akten das Einstimmen der Musiker und der Auftritt des Dirigenten simuliert. Danach ertönt «La Gazza Ladra» von Rossini. Die musikalische Feuershow dauert zwölf Minuten und startet um 22.30 Uhr, im Anschluss an das Bottighofer Feuerwerk.

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Ein Gedanke zu „Ein Feuerwerk für Augen und Ohren

  1. Frischknecht Ernst

    Ungetrübte Freude an der Knallerei?
    Die Medien überschlagen sich fast vor Begeisterung: Noch mehr an Feuerwerken hüben und drüben; noch mehr an Schaueffekten und Beschallungen; da fragt sich doch der Laie: Muss dies alles sein und zu welchem Preis?
    Kein Wort von der gewaltigen Feinstaubbelastung mit Schwermetallen in der Luft und im See! Kein Wort von der Gefährdung durch Schallddruckpegel für das Gehör. Kein Wort zur Tierwelt, die durch den Lärm und die Lichteffekte nachts aufgeschreckt wird und schliesslich kein Wort zu den Stressreaktionen bei vielen Menschen.
    Die Verantwortlichen müssten endlich eingestehen, dass schon bei der bisherigen Knallerei das Mass voll ist!

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