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Sa. 12. November 2011 - 17:27 Uhr
Im Conny-Land geht alles mit rechten Dingen zu

Lipperswil – Die Strafanzeige der Tierschutzorganisation «Ocean-Care» gegen das Conny-Land wurde durch die Staatsanwaltschaft Kreuzlingen fallen gelassen. Zudem wurden sämtliche Vorwürfe als haltlos widerlegt. - Daniel Schaffhauser

Erich Brandenberger vor der Delfin-Lagune im Conny-Land. (Bild: ds)
 
Erich Brandenberger vor der Delfin-Lagune im Conny-Land. (Bild: ds)

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Seit dem Tod von Delfin «Shadow» vergangenen Dienstag steht der Vergnügungspark aus Lipperswil schwer in der Kritik. Tierschutzorganisationen machen fehlerhafte Tierhaltung sowie eine Technoparty für das Hinscheiden des erst achtjährigen Delfinmädchens verantwortlich. Nun ist es aber schwarz auf weiss: «Der Gutachter kommt zum Schluss, dass die Delfinhaltung im Allgemeinen im Freizeitpark Conny-Land den europäischen Standards, gar einem hohen Standard entspricht», lautet die richterliche Verfügung der Staatsanwaltschaft Kreuzlingen.

Glaubwürdigkeit verloren


Die Tierschutzorganisation «Ocean-Care» klagte seit anfangs Jahr gegen die für die Tierhaltung verantwortlichen Personen mit mehrfacher Widerhandlung gegen das Tierschutzgesetz sowie Tierquälerei. Dabei stützt sich die Strafanzeige ausschliesslich auf Darstellungen und Fotos von zwei ehemaligen Mitarbeiter des Conny-Lands. «Wir haben Sigrid Lüber, Präsident «Ocean-Care», mehrmals zu uns eingeladen, damit er sich vor Ort ein Bild machen kann. Dieser Einladung ist er aber bis heute nicht gefolgt», betont Erich Brandenbeger, Mediensprecher Conny-Land. Brandenberger ist überzeugt, dass die Tierschützer mit den vergangenen Aktionen völlig am Ziel vorbeischiessen: «Wir sind uns bewusst, dass es speziell bei Delfinen leider häufig zu fehlerhafter Haltung kommt. Deshalb besitzt das Conny-Land strenge Vorschriften bezüglich Tierhaltung und nimmt jährlich an Delfin-Workshops teil. Umso ärgerlicher ist es deshalb, dass wir immer wieder diesbezüglich kritisiert werden.»

Strafanzeige gegen BDP-Nationalrätin
Der Tod des Delfins «Shadow» macht selbst vor der Politik nicht halt. BDP-Nationalrätin Brigitte Gadient setzte sich bereits 1995 für ein Importverbot von Delfinen in die Schweiz ein. Der Nationalrat sagte damals Ja, der Ständerat Nein, deshalb scheiterte ihre Forderung. Vor zwei Monaten reichte sie erneut eine Motion zum Importstopp der Tiere ein. Mit dem Vorfall von «Shadow» hat die Motion zusätzlich Auftrieb erhalten. Nun da aber alle Anklagepunkte gegen das Conny-Land fallen gelassen wurden, scheint Gadients Vorhaben zu bröckeln.  Erich Brandenberger dementiert vehement die Vorwürfe der Nationalrätin: «Brigitte Gadient gibt selbst zu, dass sie noch nie in ihrem Leben im Conny-Land war. Trotzdem kritisierte sie uns aufs Schärfste und beschimpfte unsere Mitarbeiter mehrmals als Tierquäler.» Aufgrund dieser heftigen Vorwürfe werden die Anwälte des Freizeitparks dem Strafbestand rechtlich nachgehen und die Konsequenzen daraus ziehen.

Was tun gegen die hohe Sterberate?

Sieben Delfine sind während der letzten drei Jahre in Lipperswil ums Leben gekommen: drei Delfinbabys und vier erwachsene Tiere. Trotzdem wird sich in Zukunft nichts an den Infrastrukturen ändern. «Rund 50 Prozent aller wilden Delfinbabys sterben im ersten Lebensmonat, bei uns liegt die Rate bei 60 Prozent. Dass gerade junge Tiere derart häufig sterben ist brutal, aber so ist die Natur halt manchmal», erklärt Brandenberger. Die älteren Tiere sind an Krankheiten wie Nierenstein oder Darmverschluss gestorben. «Gerne hätten wir diese Tiere operativ behandelt, aber das ist bei Delfinen leider nicht möglich.» Erich Brandenberger hofft, dass mit dem Entschluss der Staatsanwaltschaft Ruhe um den Freizeitpark in Lipperswil einkehrt und das Conny-Land sich wieder seiner eigentlichen Aufgabe, der Unterhaltung des Publikums, widmen kann.

 
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