Frauenfeld – Der Regierungsrat des Kantons Thurgau beabsichtigt, sich mit seinen Liegenschaften dem geplanten Wärmeverbund Frauenfeld anzuschliessen. Dieser will die Abwärme der ARA-Frauenfeld nutzen. Zu diesem Zweck gibt das Departement für Bau und Umwelt der Stadt Frauenfeld eine entsprechende Absichtserklärung ab. Mit dem Anschluss könnten jährlich rund 500 000 Liter Erdöl oder 500 000 Kubikmeter Erdgas eingespart werden. - ID
Eine Machbarkeitsstudie von 2011 kommt zum Schluss, dass die Erschliessung der heute ungenutzten ARA-Abwärme technisch machbar und ökologisch sinnvoll ist. Bei einem entsprechend grossen Versorgungsgebiet ist auch die erforderliche Wirtschaftlichkeit gegeben. Technisch gesehen wird ein Niedertemperatur-Fernwärmenetz mit einem einfachen, geschlossenen Wasserverteilnetz, kombiniert mit Wärmepumpen in den Liegenschaften, vorgeschlagen. Die Machbarkeitsstudie empfiehlt das Projekt aufgrund des grossen ökologischen Nutzens, der günstigen Rahmenbedingungen und der guten Wirtschaftlichkeit zur Ausführung. Erste kantonale Liegenschaften könnten ab 2014 an das Netz angeschlossen werden.
Der Kanton beabsichtigt, möglichst alle in seinem Besitz stehenden Gebäude an den Wärmeverbund anzuschliessen. Dazu gehören das Regierungsgebäude, mit Kantonsgericht und Kantonsbibliothek, das Staatsarchiv, die Museen an der Freie Strasse, das Laboratorium, die Kantonsschule sowie einige kleinere Liegenschaften. Auch das im Eigentum der Gebäuderversicherung stehende Verwaltungsgebäude soll angeschlossen werden. Der Regierungsrat hat den Auftrag gegeben, ein Preismodell sowie die entsprechenden Verträge auszuhandeln. Zudem soll mit den Eigentümern von Liegen-schaften, bei denen der Kanton eingemietet ist, über einen Anschluss an den vorgesehenen Wärmeverbund verhandelt werden.
Der Bau eines Wärmeverbunds mit Nutzung der Abwärme der ARA würde den Verbrauch von fossilen Energien sowie den CO2-Ausstoss in der Stadt Frauenfeld erheblich senken. Der Kanton käme überdies seiner Vorbildwirkung nach und könnte jährlich eine halbe Million Liter Erdöl oder eine halbe Million Kubikmeter Erdgas einsparen, womit rund 4 000 Tonnen CO2-Emissionen vermieden werden könnten. Dies wäre ein erheblicher Beitrag zur Zielerreichung sowohl der kantonalen als auch der städtischen Energiepolitik.
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