Leserbrief – In der ersten Januarnummer der Kreuzlinger Zeitung wurde über die Begegnung zwischen Diakon Loretan und dem Imam von Kreuzlingen berichtet. Hauptthema war die unterschiedliche Auffassung in beiden Religionen über die Gestalt der Person Jesu. Das ist nicht so sehr der Stein des Anstosses zwischen den beiden Religionen. - Dr. Ernst Bucher
Kenner der kath. Kirchengeschichte wissen, dass bis zum 5. Jahrhundert auch unter Christen sehr heftig bis hin zur Gewaltanwendung und Mord über diese Frage gestritten wurde. Der Hintergrund des Treffens war zweifellos der begrüssenswerte Wunsch nach Toleranz und Religionsfrieden.
Trotzdem habe ich in vielen Gesprächen erfahren, dass die Mehrheit der Christen dieses Treffen eher kritisch beurteilt, und dementsprechend gering war ihre Teilnahme. Der Grund dazu ist das tiefliegende Unbehagen gegenüber dem militanten Islam. Wenngleich eine Minderheit, sind es gerade diese, die sich auf die zahlreichen verbindlichen Suren berufen, die «Ungläubige» als «ärgstes Vieh» und «Schweine» bezeichnen, das mit Waffengewalt zu bekämpfen ist und dem ewigen Feuer verfallen soll. Für ein Gastgeberland , das vielen Muslimen das Leben gerettet und ihnen Arbeit und Sicherheit geboten hat, keine erfreuliche Situation.
Diese Gewalt nehmen wir täglich wahr, in Dutzenden von täglich grausam ermordeten «Ungläubigen» und der Diskriminierung und Verfolgung von 220 Mio. Christen in muslimisch beherrschten Ländern. Ihnen werden Rechte verweigert, die Muslime bei uns haben und sogar islamisches Recht bei uns einfordern und umzusetzen versuchen. Die Lehre und Umsetzung dieser Suren ist rassistisch, verfassungswidrig und strafbar und verstösst zudem auch gegen die UNO Charta der Menschenrechte.
Diese Hintergründe unseres weitverbreiteten Unbehagens müssen wir in einem solchen Treffen, wenn es ehrlich und fruchtbar sein soll, den Muslimen endlich klar machen, und dass die Schweizer Bevölkerung solche militanten Religionsvertreter nicht duldet. Das ist für beide Seiten sehr unbequem und schmerzlich aber unerlässlich. Ohne diesen Prozess wird kein Religionsfriede möglich sein.
Viele Christen reagieren verärgert, dass der christliche Klerus bis hinauf in die obersten Ränge diese Ängste nicht wahrnehmen und ansprechen will und fühlen sich deshalb nicht ernst genommen. Schweizer haben mit Muslimen keine Probleme, die sich von einem solchen militanten Islamismus distanzieren. Sie sollten es aber vermehrt öffentlich tun und ihre militanten Anhänger am besten selbst unter Kontrolle halten. Das wäre wirksamer und der bessere Weg zum Religionsfrieden. Andernfalls drohen sich die Fronten noch mehr zu verhärten, bis hin zur Forderung, alle Anhänger des militanten Islamismus des Landes zu verweisen. Die rechtlichen Gründe dazu sind in unserer Verfassung nachzulesen, die für alle Gültigkeit hat und die über dem Koran steht.
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