Kreuzlingen – Heute Abend findet eine Doppelvernissage im Kunstraum Kreuzlingen statt. Bis 4. März stellt der Zürcher Künstler Costa Vece seine Arbeiten aus; im Tiefparterre sind Installationen von StudentInnen der Zürcher Hochschule der Künste zu sehen. - Stefan Böker
Der Zürcher Künstler Costa Vece sammelt Masken und Figuren aus allen Teilen der Welt und «re-individualisiert» sie in seinen Werken.
«Die Arbeiten können unabhängig voneinander gesehen werden, sind aber alle in den vergangenen ein, zwei Jahren entstanden», berichtet Costa Vece, Zürcher Künstler und Preisträger des «Eidgenössischen Preises für freie Kunst» (1997–1999). Für seine «Bäume» verwendet der 42-Jährige oft Mitbringsel aus dem Urlaub oder Gefundenes: Masken, Skulpturen und Figuren aus verschiedenen Kulturen werden schöpferisch zu einem neuen Ganzen zusammengefügt. Dabei müssen dies nicht zwingend Souvenirs seiner Reisen sein, verdeutlicht der Künstler: «Manche Dinge finde ich in Fachgeschäften oder im Internet.»
Nicht nur über die darin widergespiegelten universalen Emotionen, Ängste und Bedürfnisse sei Ähnlichkeit festzustellen, sagt Vece. «Eine Maske aus einem ganz anderen Erdteil wäre oft ebenso gut als Fasnetsmaske hierzulande denkbar.»
Angesprochen auf die fünfte Jahreszeit sagt er: «Masken haben mich immer schon fasziniert. Hier kann eine psychische Befreiung, ein Ausbrechen stattfinden.» Ausserdem zeigt die Ausstellung eine Serie von klein- und grossformatigen Collagen. Seine Sujets findet der Künstler dabei in Fachbüchern und kombiniert sie mit kräftigen Klebefolien oder verfremdet sie mit dem Scherenschnittverfahren.
Videos im Tiefparterre
Im Tiefparterre werden Arbeiten von elf StudentInnen der Abschlussklasse «Mediale Künste» der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) gezeigt. Über eine Mole aus Paletten flanieren die Besucher aus beiden Richtungen an Leinwänden und Monitoren vorbei. Die darauf gezeigten Videos und in einem Fall «Stills» wechseln sich ab, aus Lautsprechern lassen sich unter anderem Hörspiele vernehmen. «So werden ‹Stegsituationen› geschaffen», erklärt einer der Dozenten der Klasse, Prof. Christian Hübler. Obwohl eigenständige Arbeiten, könne die gesamte Ausstellungssituation als neue, gemeinsame Arbeit angesehen werden. Die Videos starten dabei zeitversetzt, sodass die Betrachter mal in die eine, mal in die andere Richtung gelockt werden. Zugrunde liegend sei hierbei die Idee der «Partitur», erläutert Prof. Eran Schaerf, der das Projekt begleitet. «Die Grenzen zwischen Ausstellung und Veranstaltung werden verwischt.»
Doppelvernissage
Heute Abend, 19.30 Uhr, Kunstraum Kreuzingen und Tiefparterre, mit Nils Röller (ZHdK) und Richard Tisserand sowie Performances von Jann Clavadetscher und Maria-Cecilia Quadri.
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