Kreuzlingen – Neben den Daueraufgaben der Verwaltung steckt sich der Stadtrat Legislatur- und kurzfristige Jahresziele. Was soll im nächsten Jahr erreicht werden? Der Bau der Schwimmhalle jedenfalls steht bei den meisten Mitgliedern der Exekutive an vorderer Position. - Stefan Böker
(4) Hier soll die neue Schwimmhalle entstehen – vielleicht wird dieses Projekt als erstes realisiert. (Bild: zvg)
Am 23. Februar kommt die Botschaft für den Planungskredit für die Schwimmhalle in den Gemeinderat. «Je nachdem, wie er entscheidet, wird neben dem Architekturwettbewerb für das Stadthaus im nächsten Jahr auch der Wettbewerb für die Schwimmhalle durchgeführt», erläutert Stadtammann Andreas Netzle. Unter Umständen könnte das Projekt als erstes realisiert werden. Nur nicht überstürzt: «Gerade bei Planungen gilt für uns der Grundsatz: Sorgfalt vor Tempo.» Seine Hoffnungen setzt er in die Zentrumsentwicklung: «Schön wäre es, wenn wir auch grünes Licht für die Tiefgarage und den Stadtpark Festwiese bekämen.»
Agglomerationsprogramm
Die Tiefgarage sowie der Bushof aus dem «Xentrums»-Paket gehören zu den beitragsberechtigten Infrastrukturprojekten des Agglomerationsprogramms. Dieses liegt beim Bund zur Prüfung. «Nach der sehr eingehenden und auch aufwändigen Vorbereitung des Programms erwarten wir, dass der Bund den grössten Teil der Massnahmen gutheisst und beitragsberechtigte Projekte finanziell unterstützt», so Netzle.
Für Bauchef Michael Dörflinger hat die Schwimmhalle erste Priorität: «Damit sind Fristen verbunden. So läuft einerseits Ende 2012 die Zusage für eine Tranche aus den nationalen NASAK 3-Geldern ab, diese Zeitvorgabe können wir aber sowieso kaum
erfüllen. Wir spekulieren auf die nächsten NASAK-Budgets.» Vom Kanton erwartet Dörflinger eine Entscheidung: Entweder Beteiligung am städtischen Neubau oder Sanierung des eigenen Hallenbades in den Bauten der Pädagogischen Hochschule. Bei den anderen Projekten des «Xentrums» sieht Dörflinger weniger Zeitdruck. «Trotzdem wollen wir auch da die Realisierung vorantreiben.»
Klein Venedig – Seeufer West
Daneben gilt es, eine zweite «Baustelle» zu eröffnen: Die Weichenstellung für die Entwicklung im Gebiet Klein-Venedig – Seeufer West. «Gestartet wird hier mit der definitiven Abklärung betreffend der Altlasten. Diese Untersuchung wird Klarheit darüber geben, in welchen Fällen und wo Sanierungsbedarf besteht», erklärt Dörflinger. Daneben ist eine markante Neugestaltung der Seestrasse in Planung. Fussgänger sollen einen separaten Weg bekommen, indem die teilweise bereits bestehende Allee vervollständigt wird – bis auf notwendige Zufahrten ohne Auto- und Busverkehr.
Jugendhaus und Kulturforum
Dorena Raggenbass, Stadträtin Departement Freizeit, hofft auf einen positiven Entscheid für den Planungskredit Schwimmhalle im Februar: «Dann können wir weiterplanen.» Ein weiteres wichtiges Projekt auf ihrer Agenda sind der Abschluss der Bauarbeiten des neuen Jugendhauses und dessen erstes Betriebsjahr sowie das erste Kreuzlinger Kulturforum. «Wir wollen Kulturschwerpunkte entwickeln und ausarbeiten», so Raggenbass. Schon in diesem Jahr wurde ein Grobkonzept für die Förderung der Freiwilligenarbeit erstellt. Teile davon konnten bereits in diesem «Jahr der Freiwilligen» realisiert werden. «Weitere Projekte werden wir schrittweise im Verlauf des kommenden Jahres umsetzen», versichert Raggenbass: «Das Netzwerk der Freiwilligenarbeit stärken, eine Informationsplattform schaffen und einen Anerkennungsanlass für die ehrenamtlich engagierten Leute in Kreuzlingen organisieren.»
Effizienz trotz mehr Dossiers
Immer mehr Ausgesteuerte muss die Sozialhilfe betreuen und ist dabei externen Faktoren wie wirtschaftlicher Lage und verfügbaren Arbeitsplätzen unterworfen. «Sehr wichtig ist für mich, dass wir die zunehmende Häufung der Dossiers auch weiterhin gründlich und dennoch effizient erledigen können», wünscht sich Barbara Kern, Stadträtin Departement Soziales, für das neue Jahr. Längerfristig könnte es sein, dass eine zusätzliche Stelle beantragt werden muss, so Kern. Zudem gelte es, eine langjährige und verdiente Mitarbeiterin zu verabschieden und ihre Stelle in den Sozialprojekten wieder dementsprechend zu besetzen.
Fernwärmeheizung «Campus»
Für David Blatter, Stadtrat Departement Dienste, hat ein Projekt besondere Bedeutung: «Im kommenden Jahr wäre es wünschenswert, dass die Fernwärmeheizung ‹Campus› erstellt und in Betrieb genommen werden kann. Nach erfolgtem Rückzug der Einsprache sollte jetzt ein Baubeginn im Frühjahr 2012 möglich sein.» Auch der ÖV steht auf Blatters Plan: «Im Hinblick auf die Neuausschreibung beziehungsweise Neuvergabe des Auftrages für den Stadtbusbetrieb erfolgen im kommenden Jahr bereits einige Vorbereitungsarbeiten.» Ganz allgemein wünscht sich Stadtrat Blatter entsprechende Rahmenbedingungen für die TBK, um flexibel reagieren und arbeiten zu können.
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