Kreuzlingen – Eine neue Schwimmhalle würde Verbesserungen für alle bringen. Mit Einsparungen in der laufenden Rechnung oder einer Steuerfusserhöhung müsste allerdings gerechnet werden, um die jährlichen Betriebskosten zu stemmen. Am kommenden Donnerstag berät der Gemeinderat über das Planungskreditbegehren zur Durchführung eines Architekturwettbewerbs und der Projektierung bis zur Volksabstimmung für eine Schwimmhalle am Standort Egelsee. - Stefan Böker
Früher schwammen sie hier: Die alte Badi am See. (Bild: Fotoarchiv Hans Weltin)
Im Dezember wurde auf Betreiben der FDP/EVP-Fraktion eine Februar-Sondersitzung in die Wege geleitet. Ziel: Das Schwimmhallen-Projekt zu beschleunigen. Nun wird darüber beraten. Stadtammann Andreas Netzle betonte im Vorfeld, dass es ihm um «einen Grundsatzentscheid» gehe: «Wollen wir eine neue Schwimmhalle oder nicht?» Es sei hingegen verfrüht, sich jetzt in Detaildiskussionen zu verlieren. Dorena Raggenbass, Stadträtin Departement Freizeit, bezeichnete den Zeitpunkt als «richtig. Jetzt ist eine grosse Chance, um der vertieften Weiterplanung zuzustimmen und drei Bäderbetriebe der Region an einem Standpunkt zusammenzulegen».
Argumente für Schwimmhalle
Profitieren würden davon nicht nur die Individualsportler, Familien, Schulen und Sportvereine der Region, so Raggenbass, sondern auch das neue Stadtzentrum würde an Attraktivität gewinnen. «Mit der neuen Schwimmhalle ist der Ausbau und Erhalt von Wasserflächen gewährleistet», verdeutlichte die Stadträtin. Wenn die Pädagogische Maturitätsschule das neue Schwimmsportzentrum benutzt, könnten sie das eigene 16-Meter-Lehrschwimmbecken einer neuen Nutzung zuführen. Die notwendige Sanierung des Beckens, für 2017 geplant, würde so ausfallen. Das Hallenbad in Münsterlingen soll ohnehin bis 2014 geschlossen werden.
Planungskredit und Zeitplan
Der beantragte Planungskredit von 450000 Franken basiert auf einer Offerte der Hunziker Betatech AG aus Winterthur. Sie würde das ganze Planungsverfahren begleiten. Das Siegerprojekt des Architekturwettbewerbs soll eine Kostengenauigkeit von Plus/Minus zehn Prozent haben und bis November 2013, so der provisorische Zeitplan, dem Volk vorgelegt werden. Der Wettbewerb soll von Juni bis Dezember diesen Jahres dauern. Mit dem Bau könnte im Januar 2015 begonnen werden, eine Inbetriebnahme ab April 2016 wäre dann möglich.
Kosten und mögliche Beiträge
Der Stadtrat rechnet aufgrund von Angaben der Firma Hunziker mit Baukosten von 17,3 Millionen Franken (Plus/Minus 30 Prozent). Die jährlichen Betriebskosten des neuen Schwimmsportzentrums (inklusive Thermalbad Egelsee) werden auf netto 1,45 Millionen Franken geschätzt. Insgesamt über fünf Millionen Franken seien an Investitionsbeiträgen zum Bau von Bund und Kanton zu erwarten, 200000 Franken sicherte der Schwimmclub Kreuzlingen zu. Mögliche Beiträge der Nachbargemeinden und der Schule Kreuzlingen werden im weiteren Verlauf geprüft, berichtete Raggenbass. Jährlich 150000 Franken will der Kanton zum Betrieb beisteuern.
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