Leserbrief – In der Schweiz gibt es nur wenige 50-Meter-Sportbäder. Mit ein Grund dafür ist der enorme Energiebedarf. Auch Kreuzlingen wird ohne verbindliche Zusagen des Kantons und auch der Region nicht imstande sein, ein solches Vorhaben über die Jahre ohne Einschnitte oder einer Steuererhöhung zu finanzieren.
- Ernst Frischknecht
Deswegen muss sich der Entwurf «Xentrum» insgesamt eher heute als morgen hinterfragen lassen, wie weit die einzelnen Vorhaben tatsächlich zukunftsträchtig und ökologisch vertretbar sind! Folgende Fragen sollten Stimmbürger und Stimmbürgerinnen und hoffentlich auch ihre Vertreter im Gemeinderat im Vorfeld interessieren:
1. Ist eine Sanierung des bestehenden Hallenbades möglich? In Bremgarten wird statt eines 30 Mio. Franken teuren Hallenprojekts das heutige Bad kostengünstig und familienfreundlich erneuert.
2. Was macht der Kanton mit dem Hallenbad des Seminars, das heute beschränkt auch für die Öffentlichkeit zugänglich ist?
3. Wie hoch sind die Betriebskosten für die Schwimmhalle, wie hoch diejenigen für ein saniertes Hallenbad?
4. Wie hoch sind die reinen Energiekosten im Vergleich der Varianten 50-Meter- und 25-Meterbad? Das renovierte Margareten-50-Meter-Hallenbad in Bamberg (D) musste 2007 allein für Wasser, Wärme, Strom und Chemikalien jährlich 300000 Franken rechnen, dazu Personalkosten von 480000 Franken.
5. Welche verbindlichen Subventionen sind von Kanton und Bund an die Baukosten zu erwarten? Gibt es auch eine Beteiligung an den jährlich anfallenden Betriebskosten?
6. Wie hoch schätzt der Stadtrat die wiederkehrenden Kosten (Amortisation und Betrieb) jährlich?
7. Ist gewähreistet, dass eine Nachhaltigkeitsbeurteilung vorgenommen wird?
Das Projekt einer Schwimmhalle braucht eine solide Abklärung und breite Diskussion und darf nicht unter Zeitdruck einmaliger Zuschüsse quasi vorgezogen werden! Zudem besteht die Gefahr, dass andere Pläne in weite Ferne rücken – denken wir nur an die vielen dringenden Massnahmen im Aggloprogramm oder an kulturelle Ausbauprojekte.
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