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Sa. 28. Januar 2012 - 13:22 Uhr
«Vielseitig mit Kunst in Kontakt»

Kreuzlingen – Simona Mele ist 19 Jahre alt und besucht im vierten Jahr die Kunst- und Sportklasse der PMS Kreuzlingen. Demnächst will sie die Matura bestehen. Aufgrund ihrer besonderen Begabung konnte sie den Schwerpunkt «Gestaltung» wählen und neben ihrer Schulausbildung gleichzeitig den Vorkurs der Schule für Gestaltung in St. Gallen besuchen. - Interview: Inka Grabowsky

Simona Mele besucht die Kunst- und Sportklasse der PMS. (Bild: zvg)
 
Simona Mele besucht die Kunst- und Sportklasse der PMS. (Bild: zvg)

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KreuzlingerZeitung: Frau Mele, weshalb haben Sie sich für die Kunst- und Sportklasse an der Pädagogischen Maturitätsschule (PMS) entschieden?
Simona Mele: Ich hatte die Aufnahmeprüfungen für die PMS und für den Gestalterischen Vorkurs beide bestanden. Als ich noch überlegte, in welche Richtung ich gehen wollte, habe ich erfahren, dass es an der PMS Kreuzlingen die Möglichkeit gibt, beide Schulen gleichzeitig zu machen. Ich war begeistert, denn so konnte ich ein Jahr sparen. Was mich ebenfalls an die PMS gezogen hat, war der Konvikt, in dem man während der Schulzeit wohnen kann.

Pro Woche investieren Sie viel Zeit in Ihre künstlerische Ausbildung in St. Gallen und haben gleichzeitig ein beträchtliches schulisches Pensum zu leisten. Wie bringen Sie beide Themen unter einen Hut?
Wir verbringen einen ganzen Tag pro Woche im gewerblichen Berufs- und Weiterbildungszentrum in St. Gallen, deshalb haben wir in Kreuzlingen weniger Präsenzlektionen und müssen viel selbstständig arbeiten. Ein angepasster Stundenplan, die Online-Plattform «ilias» und das Lernatelier erleichtern es jedoch, die verpassten Lektionen nachzuholen und die Lernaufträge zu erledigen.

Selbstdisziplin und eine konstant hohe Motivation sind unabdingbar für diesen Ausbildungsweg. Gibt es Situationen, die Sie an Ihre Grenze bringen? Wie gehen Sie damit um?
Diese Situationen treten meist auf, wenn nebenbei ein grösseres Kunstprojekt läuft, also schubweise. Die schulischen Fächer treten auch mal in den Hintergrund, wenn ein Bild fertiggestellt werden muss, da einfach der Ehrgeiz für die Kunst grösser ist. Die Selbstlernaufträge, die wir von der PMS erhalten, sind manchmal sehr zeitaufwendig, aber meistens gut zu schaffen.

Mit welchen Zukunftsplänen besuchen Sie die Schule für Gestaltung und die PMS? Haben Sie einen Plan B, falls «Gestaltung» doch nicht im Mittelpunkt ihres Berufslebens stehen kann?

Ja, das bestimmt! Ich habe viele Interessen und die Studienangebote sind enorm vielseitig. Es steht noch offen, ob ich eine gestalterische oder eine naturwissenschaftliche Richtung einschlage. Ein Beruf, den ich mir jedoch durchaus vorstellen könnte, ist Zeichnungslehrerin an einer Mittelschule.

Hat sich Ihre Einstellung zur Kunst im Verlaufe der Ausbildung geändert? Inwiefern arbeiten Sie selbst heute anders als noch vor drei Jahren?
Es war bei mir immer ein auf und ab. Zwischendurch hatte ich genug von der Kunst und wollte mit dem Vorkurs aufhören. Doch mit der Zeit habe ich auch mehr Erfahrungen gesammelt, Erfolgserlebnisse gehabt und verschiedene Kunstrichtungen entdeckt. Durch die PMS bin ich vielseitig mit der Kunst in Kontakt gekommen.

Was würden Sie einem jungen Menschen zur Vorbereitung empfehlen, der ebenfalls die K+S-Klasse der PMS besuchen möchte?
Als Vorbereitung kann ich nur eines empfehlen: gutes Überlegen. Man sollte sich sicher sein, dass man später etwas mit Kunst (oder eben mit Musik oder Sport) machen will und dafür auch bereit sein, viel Selbstständigkeit und Durchhaltevermögen aufzubringen. Für manche Kunst-Interessierten wäre es vielleicht auch besser, den Vorkurs separat zu machen, weil man sich so viel mehr auf die gestalterische Arbeit konzentrieren kann.


Interview-Serie
In loser Folge stellen wir Schülerinnen und Schüler vor, die an der Pädagogischen Maturitätsschule Kreuzlingen die Kunst- und Sportklasse besuchen. Dieser spezielle Ausbildungsweg für künstlerisch, musikalisch oder sportlich begabte Schülerinnen und Schüler ist im Thurgau einzigartig und erfreut sich zunehmender Beliebtheit. Die Maturitätsausbildung erfolgt in Zusammenarbeit mit Sportverbänden, Konservatorien oder der Schule für Gestaltung. Voraussetzungen für den Eintritt in die Kunst- und Sportklasse sind die bestandende Aufnahmeprüfung an der PMS sowie Eignungsprüfungen an den jeweiligen Institutionen. Derzeit besuchen 29 Schülerinnen und Schüler die K+S-Klasse der PMS. Zum Bereich «Gestaltung» erteilt Mathias Tanner weitere Auskünfte: mathias.tanner@pmstg.ch


 
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