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Duschen, Gewächshäuser und Tiefkühlprodukte sparen CO2

Zürich/Bischofszell – Eine Heizung, die auch Strom erzeugt oder eine Duschwanne, die Wärme aus dem Abwasser zurückgewinnt: Ideen von Schweizer und Liechtensteiner KMU können Millionen von Tonnen CO2 einsparen. Die Klimastiftung Schweiz hat am Freitag, 2. November, sechs vielversprechenden neuen Ideen ihre Unterstützung zugesprochen. Eines dieser Projekte ist die Sanierung einer alten Industriehalle der Koch Generalunternehmen AG in Bischofszell.

Warum spülen wir beim Duschen das warme Wasser ohne weitere Nutzung weg? Können wir mit der Wärme, die beim Heizen entsteht, zusätzlich auch noch Strom produzieren? Brauchen Solarzellen wirklich so viel Alu und Glas als Rahmen? Diese Fragen beschäftigen erfinderische KMU in der Schweiz und Liechtenstein. Wenn aus ihren Ideen vielversprechende klimafreundliche Produkte entstehen, hilft die Klimastiftung Schweiz bei der Finanzierung mit. 1,25 Millionen Franken hat der Stiftungsrat am Freitag, 2. November, für 21 Projekte von 20 kleinen und mittleren Unternehmen gesprochen. «Wir freuen uns, Projekte fördern zu können, die je nach ihrem späteren Erfolg den Ausstoss mehrerer Millionen Tonnen CO2 verhindern können», sagt Gabriele Burn, Präsidentin der Stiftung.

Eines dieser Projekte ist die Sanierung einer alten Industriehalle der Koch Generalunternehmen AG in Bischofszell. Die Fassade der Halle aus den 50er-Jahren wird zusätzlich isoliert, neue Fenster werden angebracht und auch der Teil des Bodens, der nicht unterkellert ist, erhält eine zusätzliche Isolation. So spart die Koch Generalunternehmen AG jährlich über 220 Megawattstunden Energie, weil sie weniger heizen muss. Die Klimastiftung Schweiz unterstützt die Totalsanierung mit 22’200 Franken. Das Projekt wird ausserdem unterstützt vom Gebäudeprogramm des Kantons Thurgau.

Geld für neue Heizungen und bessere Isolation
Neben sechs Erfindungen und Produktentwicklungen konnte die Klimastiftung Schweiz 15 Energiespar-Projekten einen Beitrag zusprechen. Dazu gehören neben klimaschonenden Heizungen auch weitere Massnahmen vom Kühlen mit Aussenluft bis zur Optimierung von Gewächshäusern. Ein Hersteller von Tiefkühlprodukten heizt seine Produktion neu mit der Abwärme seiner Kühlanlagen. Je nach Energieersparnis berechnet die Klimastiftung Schweiz den Unterstützungsbeitrag. Pro jährlich gesparter Tonne CO2 gibt es 30 Franken und pro jährlich gesparter Megawattstunde Strom zehn Franken aus dem Stiftungstopf. «Der Beitrag hilft den Unternehmen, die Kosten schneller zu amortisieren», sagt Gabriele Burn. Erstmals gefördert werden auch vier Projekte aus dem Fürstentum Liechtenstein. Dies wird durch eine Zusammenarbeit der Klimastiftungen beider Länder möglich.

Neben den grossen Projekten, die zweimal im Jahr bewilligt werden, bearbeitet die Klimastiftung Schweiz ständig Anträge über bis zu 20’000 Franken für kleinere Projekte. Die Anschaffung energiesparender Maschinen und Lampen, die Isolation von Gebäuden oder die Kühlung von Computern mit Aussenluft gehören beispielsweise zu den Standardmassnahmen, die in einem einfachen Onlineformular beantragt werden können. «Die vielen kleinen und mittleren Unternehmen der Schweiz und in Liechtenstein haben gemeinsam ein grosses Potenzial für umweltfreundliche Massnahmen», sagt Gabriele Burn und ergänzt: «Gleichzeitig bleiben KMU, die sich den neuesten Umweltstandards anpassen, wettbewerbsfähig.»

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