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Standing Ovation für tollen Cup-Auftritt

Handball – Der HSC Kreuzlingen hat sich mit einem ganz starken Auftritt aus dem Schweizer Cup 2012/13 verabschiedet. Der 1.-Ligist unterlag im 1/16-Final dem amtierenden Schweizermeister und Champions League-Teilnehmer vor einer tollen Kulisse im Sportzentrum Egelsee nur mit 32:44. Bei Halbzeit hatte der Unterklassige noch sensationell mit 20:18 geführt.

Die Kreuzlinger haben ihr Cup-Glück, mit den Kadetten aus Schaffhausen nach Pfadi Winterthur (2010, 22:36) und St. Otmar St. Gallen (2011, 26:34) den dritten Grossen aus der höchsten Spielklasse zugelost bekommen zu haben, zu einer weiteren Handballgala genützt. Mit 800 Zuschauern wurde zwar ein neuer Zuschauerrekord verpasst, doch die Stimmung in der Egelseehalle war dennoch einmal mehr überragend. Und die aufopfernd kämpfenden Gastgeber wurden trotz der am Ende erwartungsgemäss deutlich ausgefallenen Niederlage mit einer «standing ovation» für ihre herausragende Leistung belohnt. Sehr zufrieden zeigt sich im Rückblick auch HSCK-Präsident Patrick Müller: «Das war ein ganz toller Abend für uns. Wir konnten in allerlei Hinsicht Werbung für den Handballsport im Allgemeinen und für den HSC Kreuzlingen im Speziellen machen. Ich habe überall nur happy Gesichter gesehen!» So auch Stadtammann Andreas Netzle, inzwischen regelmässiger Gast bei wichtigen Spielen des HSCK.

Couragierter Auftritt
Wer einen Durchmarsch des haushohen Favoriten aus Schaffhausen erwartet hatte, wurde eines Besseren belehrt. Die Kreuzlinger hielten gegen den Champions League-Teilnehmer von Beginn weg ganz erstaunlich gut mit. Von einem Zweiklassen-Unterschied war überhaupt nichts auszumachen. Spielertrainer Alexander Mierzwa bot mit seinen unerschrocken aufspielenden Mitspielern den praktisch ausschliesslich mit Nationalspielern bespickten Kadetten die Stirn. Insbesondere Rückraum-Shooter Peter Schramm (8 Tore in der 1.Halbzeit), Kreisläufer Stefan Runge und Gabor Fülöp skorten für die Unterklassigen. Die Schaffhauser schienen ob der Gegenwehr des 1.-Ligisten fast ein bisschen überrascht und kamen nie richtig auf Touren. Die Tatsache, dass der HSCK bei Halbzeit mit 20:18 vorne lag, war bereits eine kleine Sensation.

Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit vermochten die Kreuzlinger das Tempo noch mitzugehen. Allerdings taten sich die Einheimischen nach dem Seitenwechsel wesentlich schwerer mit der wesentlich aggressiveren Deckung des Schweizermeisters. Zudem machte sich auch die Einwechslung des lettischen Nationaltorhüters Aruna Vaskevicius bemerkbar. Und trotzdem: Bis zur 38. Minute konnten die Thurgauer ihren Zweitore-Vorsprung verteidigen. Dabei erzielte der erst 16-jährige Rechtsaussen Jonas Heim nach seiner Einwechslung gleich zwei Treffer in Folge zum 25:23. Danach begannen die Kräfte beim David allerdings zu schwinden. Die Kadetten erhöhten Tempo und Druck, ging in der 39. Minute erstmals wieder in Führung und liessen sich danach nicht mehr von der Erfolgsstrasse abdrängen. Immer häufiger scheiterten die HSCK-Angreifer am Schaffhauser Keeper Vaskevicius, der in den zweiten 30 Minuten insgesamt 17 Würfe blockte. Zudem kosteten Zeitstrafen zusätzlich Kraft. Ab dem 28:30 für Schaffhausen gab es in der Schlussviertelstunde kein Halten mehr. Am Ende fiel das Verdikt mit 32:44 doch noch standesgemäss aus.

«Ein Riesenerlebnis»
Kreuzlingens Spielertrainer Alexander Mierzwa zog nach dem Cup-Aus gegen den Champions League-Teilnehmer logischerweise ein überaus positives Fazit: «Es war für uns ein Riesenerlebnis und wir haben es natürlich genossen, gegen die Kadetten bei Halbzeit mit 20:18 vorne zu liegen. Der Gegner hat uns sicher etwas unterschätzt. Zudem haben wir mit unserem starken Kollektiv überzeugen können.» Dass man dann im Verlaufe der zweiten Halbzeit nicht mehr mithalten konnte, sei für ihn nicht überraschend gekommen. Er spielte damit auf die unterschiedlichen Voraussetzungen an: Auf der einen Seite eine Profi-Truppe mit fast ausschliesslich Nationalspielern und täglichem Training auf höchstem Niveau, auf der anderen Seite eine Amateur-Mannschaft, die dreimal pro Woche trainiert.

Dass sie die Kreuzlinger doch etwas unterschätzt haben, gab auch Kadetten-Spieler Elio Bucher zu: «Wir waren in der ersten Halbzeit nicht richtig bei der Sache und haben in der Abwehr faktisch ohne Körperkontakt verteidigt. Nach der Pause wurde es durch die Umstellung in der Verteidigung von einem 6:0 auf ein 3:2:1 deutlich besser. Wir waren damit gezwungen, uns mehr zu bewegen. Am Ende zählt für uns nur das Ergebnis: Und wir sind eine Runde weiter.»

Kreuzlingen/1. – Kadetten Schaffhausen/NLA 32:44 (20:18)

Sportzentrum Egelsee. – 800 Zuschauer. – Sr. Brunner/Salah.

Strafen: 2mal 2 Minuten gegen Kreuzlingen, 3mal 2 Minuten gegen Schaffhausen.

Kreuzlingen: Buff/Craft: Briegmann (1), Eblen (2), Fehr, Fekete, Fülöp (6/1), Gacsalyi, Heim (2), Kappenthuler, Meier, Mierzwa (4), Müller, Runge (8), Schramm (9).

Schaffhausen: Bläuenstein/Vaskevicius; Cvijetic (3), Kukucka (5), Emrich (6), Göpfert (3), Mamic (8), Starczan (2), Stojanovic (8/3), Prieto (4), Bucher (1), Ursic, Tominec (4), Dissinger.

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