/// Rubrik: Artikel

TKB soll Partizipationsscheine herausgeben können

Thurgau – Mit der Ausgabe und öffentlichen Platzierung von Partizipationsscheinen soll die Thurgauer Kantonalbank (TKB) dem Thurgauer Volk die direkte Beteiligung an der lokalen Kantonalbank ermöglichen. Der Regierungsrat des Kantons Thurgau unterstützt dieses Vorhaben der TKB, das allerdings eine geringfügige Gesetzesanpassung verlangt.

Der Regierungsrat unterbreitet dem Grossen Rat eine Botschaft zur Änderung des Gesetzes über die TKB und zur Anpassung des Grundkapitals.

Der Regierungsrat ist zusammen mit der Führung der Kantonalbank einig, dass Bevölkerung, Kanton und die TKB gleichermassen von der Publikumsöffnung der TKB durch die Ausgabe von Partizipationsscheinen profitieren können. Die Öffentlichkeit bekommt mit den Partizipationsscheinen eine interessante Beteiligungsmöglichkeit. Für den Kanton ist die Herausgabe von Partizipationsscheinen vorteilhaft, weil dadurch die Trägerschaft der TKB breiter abgestützt wird und der Kanton weiterhin in den Genuss einer marktgerechten Rendite der Bank kommt. Mit dem Börsengang der Kantonalbank setzt der Kanton Thurgau zudem ein nationales Zeichen und unterstreicht damit die Bedeutung des Wirtschaftsstandortes Thurgau. Darüber hinaus realisiert der Kanton durch den Verkauf der Partizipationsscheine einen Mittelzufluss in der Höhe des Marktwertes.
 
Die TKB selber schliesslich kann ihre bestehenden Kundenbeziehungen stärken, die Kundinnen und Kunden an «ihrer» Bank und deren Erfolg direkt beteiligen und den Partizipationsschein mit dem bestehenden Angebot zu einem gefragten Dienstleistungspaket verknüpfen. Als börsenkotiertes Unternehmen geniesst die TKB eine höhere nationale Wahrnehmung und Bedeutung bei den Investoren, Medien und Analysten. Im Weiteren verbreitert das Partizipationskapital bei Bedarf die Finanzierungsmöglichkeiten der TKB.
 
Die bisherige gesetzliche Regelung erlaubt zwar die Ausgabe von Inhaber-Partizipationsscheinen, sie ist aber zu einengend und vermöchte die Erwartungen der Inhaberinnen und Inhaber von Partizipationsscheinen nicht zu befriedigen. Für die Anleger sind die Partizipationsscheine nur attraktiv, wenn langfristig und auch in Zeiten steigender Zinsen eine marktgerechte Dividende ausgeschüttet werden kann. Vor diesem Hintergrund sind die rechtlichen Rahmenbedingungen anzupassen, um langfristig optimale Voraussetzungen zu schaffen. Im Weiteren soll das TKB-Gesetz auch ange-passt werden, um die restriktive Formulierung der Gewinnverteilung zu lockern. Bisher ist die TKB gezwungen, Eigenmittel einzubehalten, auch wenn dies wirtschaftlich nicht sinnvoll ist.
 
Wie die Einführung von Partizipationsscheinen bei der TKB erfolgen soll, wurde von einer  Arbeitsgruppe unter Beizug von externen Experten geprüft. Sie ist zum Schluss gekommen, dass die Umwandlung eines Teils des Grundkapitals in Partizipationskapital die beste Möglichkeit darstellt. Es ist geplant, vom bestehenden Grundkapital der TKB 80 Millionen Franken in Partizipationskapital zu wandeln. Das Eigenkapital der TKB setzt sich danach neu aus 320 Millionen Franken Grundkapital und 80 Millionen Franken Partizipationskapital zusammen und bleibt damit unverändert hoch.
 
Die Umwandlung von Grundkapital in Partizipationskapital sowie dessen Platzierung beim Publikum soll innert einer Frist von fünf Jahren in mehreren Schritten zeitlich gestaffelt erfolgen, abgestimmt auf die jeweilige Marktnachfrage. Der Partizipationsschein soll an der Schweizer Börse kotiert werden. Derzeit ist angedacht, in einer ersten Phase etwa die Hälfte des nominal beantragten Partizipationskapitals, also rund 30 bis 40 Millionen Franken, zum Marktwert zu platzieren. Diese erste Tranche erlaubt eine breite Streuung der Partizipationsscheine und stellt eine ausreichende Liquidität des Titels sicher. Sie dürfte einen Ertrag von 100 bis 150 Millionen Franken bringen, wobei der Er-lös, also die Differenz zwischen dem Nennwert und dem Platzierungspreis, in Form eines ausserordentlichen Ertrags dem Kanton zufliessen wird.
 

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.