/// Rubrik: Artikel

Wahrheit oder doch bloss Fiktion?

Kreuzlingen – Mit der Ausstellung «Was wa(h)r» möchte der Künstler Patrick Kull den Besuchern den ersten Schweizer Kriegsverweigerer Max Daetwyler näher bringen. Vom 10. November bis 27. Januar können seine Werke im Kunstraum Kreuzlingen bestaunt werden.

Die neue Exposition «Was wa(h)r» über den Schweizer «Friedensapostel» Max Daetwyler ist keine konventionelle. Der junge Künstler Patrick Kull versucht vielmehr, eine Ausstellung in der Ausstellung zu präsentieren.

Wie alles begann
Als Patrick Kulls ehemaliger Zeichenlehrer ein Portrait von Max Daetwyler mit der bekannten weissen Fahne gemalt hat, war der junge Künstler sofort von dem Friedensmann fasziniert. Später entschied sich Kull dazu, in seiner Bachelorarbeit einen kleinen Film über Daetwyler zu drehen und ihn besser kennenzulernen. Dieser Film ist nun auch der Ausgangspunkt seiner Ausstellung und behandelt die Frage, ob Daetwyler jemals an seinen Entscheidungen und Handlungen gezweifelt hat.

Die Ausstellung
Neben Originaldokumenten aus dem Leben des Friedensmannes sind Werke des Künstlers zu finden. So ist Kull für ein experimentelles Fotoprojekt zum Beispiel in Max Daetwylers Rolle geschlüpft und hat Szenen aus dessen Leben nachgestellt. Dafür hat er sich im Vorfeld intensiv mit Daetwylers Persönlichkeit auseinandergesetzt und versucht, sich in ihn hineinzuversetzen. Kull hat jedoch nicht bloss wahre Begebenheiten nachgestellt. Er hat zusätzlich noch verschiedene Möglichkeiten durchgespielt und dadurch fiktive Szenen erschaffen. Ein Beispiel dafür ist eine Fotomontage, die ein Treffen Daetwylers mit Berthold Brecht zeigt. Obwohl dieses nie wirklich stattgefunden hat, wäre es durchaus möglich gewesen, da sich Brecht und Daetwyler zu dieser Zeit in derselben Stadt aufhielten. Kull möchte die Besucher somit dazu bringen, aufmerksam durch die Ausstellung zu gehen. Um zu erkennen, was echt und was wiederum Fiktion ist, muss man nämlich auf Details achten. Kull will die Zuschauer auch dazu anregen, über die Geschichte nachzudenken, und sie ein wenig zu hinterfragen. Denn was ein Foto zeigt, muss nicht immer der Realität entsprechen.

Parallel zur Ausstellung wurde noch eine Publikation veröffentlicht, welche den Besuchern eine Hilfestellung ist, durch die Ausstellung führt und die nötigen historischen Hintergrundinformationen liefert.   

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.