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Der Bodensee ist sauber

Bodenseeregion – Der Bodensee ist wieder so sauber wie in den 50er-Jahren. Das zeigt die Belastungskurve mit Phosphor. Mit diesem guten Resultat könnten sich die Verantwortlichen für die Abwasserreinigungsanlagen, die sich kürzlich zur jährlichen Fachtagung trafen, zurücklehnen und «Auftrag erfüllt» melden.

Damit der Bodensee aber auch in Zukunft den immer grösseren Nutzungsansprüchen gerecht werden kann – Trinkwasser für heute 5,5 Mio. Menschen, Grundlage für einen gesunden Fischbesatz – müssen die Anstrengungen im Bereich der Abwasserreinigung auf einem hohen Niveau weitergeführt werden. Einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der sehr guten Wasserqualität leistet das Personal der Abwasserreinigungsanlagen im Einzugsgebiet des Bodensees.
 
Hundert Milliarden Franken Wiederbeschaffungswert
Wie üblich an der jährlichen Fachtagung der Abwasserverbände haben die Organisatoren viel Platz für die fachlichen Diskussionen und den Erfahrungsaustausch eingeräumt. Sehr erfreulich entwickle sich die solare Faulschlammerwärmung in Romanshorn, wurde berichtet. Das sei eine sehr zukunftsgerichtete und ökonomisch vernünftige Idee gewesen. Irene Purtschert, Leiterin des Ressorts Abwasser, bezifferte den Wiederbeschaffungswert aller Anlagen der Siedlungsentwässerung in der Schweiz auf 100 Mrd. Franken. Die jährlichen Investitions- und Betriebskosten betragen im Kanton Thurgau rund 55,4 Millionen Franken, was pro Einwohner und Jahr etwa 227 Franken ergibt. Diese Zahlen verdeutlichen, wie bedeutend es ist, den Anlagen und ihrem Unterhalt das nötige Augenmerk zu schenken.
 
Qualitätsziel erreicht – Wasserzirkulation noch problematisch
Wie Beat Baumgartner, Leiter der Abteilung Abwasser und Anlagensicherheit im Amt für Umwelt des Kantons Thurgau, ausführte, tragen die 220 Abwasserreinigungsanlagen im Einzugsgebiet des Sees wesentlich zur erfreulichen Wasserqualität bei. Trotz Bevölkerungswachstum haben sich die Schmutz- und Nährstoffeinträge in den Bodensee auch in den letzten zehn Jahren verringert. Die heute gute Wasserqualität ist dafür verantwortlich, dass das Tiefenwasser des Sees auch dann noch genügend Sauerstoff hat, wenn der See im Winterhalbjahr keine vollständige Zirkulation erreicht (es gelangt dann weniger sauerstoffreiches Wasser in die Tiefe). Die Jahre mit einer unvollständigen Zirkulation haben leider in jüngster Vergangenheit zugenommen. Dank der sehr guten Wasserqualität wird den Bodenseefischen aber auch in Jahren mit unvollständiger Wasserzirkulation die Luft nicht ausgehen.

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