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Grenzenlos

Kreuzlingen – Die 12jährige Geigerin Yumi Schreier war am Samstag zweifellos der Star des Konzertabends im Evangelischen Kirchgemeindehaus Kreuzlingen, einfühlsam begleitet vom «Orchester Divertimento Kreuzlingen- Konstanz» unter Bruno Kewitsch.

Kaum zu glauben: Da stand das Mädchen, schien unbekümmert und war doch völlig auf seine Aufgabe konzentriert. Yumi Schreier, erst 12 Jahre alt, spielte von Beginn weg mit einer erstaunlichen technischen Sicherheit, was sich unter anderem bei den makellos eingefügten Trillern zeigte. Das Orchester unter Bruno Kewitsch hielt sich zurück und gab so der jungen Violinistin Raum zur Entfaltung. Da sie ihren Part jederzeit beherrschte und vollständig auswendig spielte, entstand eine wohltuende Verbindung zwischen Orchester und Solistin, auf deren Gesicht sich dann und wann ein Lächeln zeigte. Die beiden Kadenzen im Eingangs- und Schluss-Satz meisterte die junge Künstlerin souverän und der lang anhaltende Applaus war mehr als verdient.

Den Begriff «Divertimento = Vergnügen» trägt das Laienorchester Kreuzlingen-Konstanz im Eigennamen und bekennt sich damit zu unbeschwertem, fröhlichem Musizieren. Das Herbstkonzert vom Samstag im Evangelischen Kirchgemeindehaus Kreuzlingen war ausschliesslich tschechischen Kompositionen gewidmet und mit einer fünfteiligen Suite von J.D.Zelenka ein musikalisch bunter Einstieg vorgegeben. Der kompakte Orchesterklang, klar getragen von den Bratschen, den Celli und dem Kontrabass, vermochte sofort zu überzeugen. Bei der sauber strukturierten Ouvertüre überwog das feierliche Element, aufgeheitert durch die schlank gespielten Girlanden der beiden Oboen und des Fagotts. Einfühlsam gestaltet erschien dann die Musiksprache in der Aria gefolgt vom dreiteiligen Menuetto, wobei das Orchester wie zu höfischen Tänzen aufspielte. Fröhlichkeit und Schwung prägten auch die beiden Schluss-Sätze der abwechslungsreichen Komposition. Mit klarer Diktion führte Bruno Kewitsch vom Dirigentenpult aus, was zu einem sicheren Musizieren beitrug.

Nach der Pause erklang von L. Janacek ein siebensätzige Werk, wobei das Orchester sich nochmals von seiner besten Seite zeigte. Zahlreiche Begeisterte liessen sich dasselbe Programm am Sonntag in Konstanz nicht entgehen. Das Nachmittagskonzert im Seniorenzentrum an der Oberen Laube war jedenfalls bis zum letzten Platz besetzt von einem Publikum, dass sich wiederum von der Leistung des Laienorchesters und der jungen Violinistin begeistert zeigte.

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