/// Rubrik: Artikel

Grenzwächter stellen Moschusschildkröten sicher

Kreuzlingen – Grenzwächter haben vergangene Woche bei Zollkontrollen zwei Widerhandlungen gegen den Artenschutz aufgedeckt. Zwei Personen hatten versucht, Tiere respektive Tierprodukte ohne Bewilligung in die Schweiz einzuführen.

Thayngen SH: Am Dienstag, 6. November, kontrollierten Grenzwächter am Grenzübergang Thayngen einen 35-jährigen Mann aus Italien. Dabei entdeckten sie unter dem Fahrersitz zwei mit Zeitung umwickelte Figuren aus Elfenbein. Der Mann hatte dafür weder eine Einfuhrbewilligung des Bundesamtes für Veterinärwesen noch eine so genannte CITES-Bewilligung (siehe unten) für die Schweiz.

Kreuzlingen Emmishofen TG: Am Mittwoch, 7. November, fiel einem Grenzwächter bei der Durchsicht von Kaufquittungen eines Reisenden eine Position mit Fischen auf. Der 30-jährige Spanier erklärte, dass es sich dabei um Aquariumzubehör und Schildkröten handle. Abklärungen ergaben, dass es sich um Moschusschildkröten handelte, die dem Artenschutzabkommen unterliegen. Auch in diesem Fall fehlten die notwendige Einfuhrbewilligung des Bundesamtes für Veterinärwesen und das CITES-Zertifikat.

In Zusammenarbeit mit Bundesamt für Veterinärwesen (BVET)
In beiden Fällen ordnete das Bundesamt für Veterinärwesen an, die Tiere respektive die Waren zu beschlagnahmen. Ausserdem wurde ein Strafverfahren eingeleitet.

Die Eidgenössische Zollverwaltung und das Bundesamt für Veterinärwesen machen darauf aufmerksam, dass beim Kauf von exotischen Tieren oder Tierprodukten aus dem Ausland vorgängig die entsprechenden Bewilligungen einzuholen sind. Weiter Informationen dazu unter: www.cites.ch oder www.bvet.ch.

Was ist CITES?
CITES (Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora) auch bekannt als Washingtoner Artenschutzabkommen, ist eine von weltweit 176 Staaten unterzeichnete Handelskonvention, welche die Erhaltung und eine nachhaltige Nutzung der Tier- und Pflanzenpopulationen unserer Welt zum Ziel hat.

Durch einen umfangreichen internationalen Handel sind viele Tier- und Pflanzenarten gefährdet oder könnten gefährdet werden. Sie sollen nur in dem Mass gehandelt werden, wie dies ihre natürlichen Bestände erlauben. Ein nachhaltiger, geregelter Handel ist oft eine effizientere Schutzmassnahme als ein absolutes Handelsverbot. Als Handel im Sinne von CITES gilt jeder Grenzübertritt.

Die durch CITES geschützten Arten werden je nach Gefährdungsgrad in drei Schutzstufen eingeteilt. Die Aus- und Einfuhr von lebenden Exemplaren oder deren Teile und Erzeugnisse ist entweder verboten (Anhang I, mit Ausnahmen) oder nur mit Bewilligung möglich.
(Quelle: Bundesamt für Veterinärwesen / BVET)­

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.