/// Rubrik: Leserbriefe

Neuer Standort für das Stadthaus

Leserbrief – Vor einigen Wochen wurden wir Kreuzlinger darüber orientiert, dass nach einem Sinneswandel bei der Eidgenössischen Kommission für Denkmalschutz (EKD), auch der Bärenplatz als Standort für ein neues Stadthaus wieder in Betracht gezogen werden kann.

Das Positive am Ganzen ist nun die Aufgabe des bisher favorisierten Standortes Dreispitzpark, der ja nicht überall auf Akzeptanz gestossen ist und gegen den noch heftig Sturm gelaufen worden wäre, falls man darüber hätte abstimmen müssen.

Nachdem nun alles neu aufgegleist werden kann und muss, wäre es meiner Ansicht nach angebracht, die Standortfrage grundsätzlich nochmals anzugehen und auch den schon viel früher angepeilten Standort längs der Marktstrasse, d.h. hinter dem jetzigen Stadthaus nochmals zu beurteilen und nicht kritiklos den neuen Standort Bärenplatz als ideale Lösung zu darzustellen. Wenn nämlich schon alles unternommen werden soll, um die Hauptstrasse neu zu beleben, dann wäre der jetzige Standort des Stadthauses mit Abstand der beste, denn nur von dort aus kann ernsthaft gehofft werden, dass Leute die im Stadthaus zu tun haben danach gleich auch noch die Hauptstrasse besuchen. Dies auch vom Standort Bärenplatz zu erwarten ist reiner Zweckoptimismus, dort ist man bestenfalls am Rand aber definitiv nicht im Zentrum. Auch ist zu erwähnen, dass über Jahre hinweg der etappenweise Landkauf hinter dem Stadthaus als Reserve für ein neues Stadthaus propagiert worden ist und die Bevölkerung jeweils die entsprechenden Kredite bewilligt hat. Jetzt soll dieser Standort möglicherweise sang- und klanglos aus Akten und Traktanden fallen, obwohl gerade dieser Standort der Bedingung «im Zentrum» am meisten gerecht würde, das ist das Negative am Ganzen.

Gestatten Sie mir hier einige Gedanken zu eben diesem Standort an der Hauptstrasse, es ist noch nicht zu spät.

Nachteilig für eine Lösung an diesem Standort ist ohne Zweifel die unter Schutz stehende Fassade, die nicht verändert werden darf, ausserdem wäre ein temporärer Umzug der Verwaltung sehr kompliziert. Hier eine vielleicht verrückte, vielleicht revolutionäre Idee, und eventuell auch nicht die erste die in diese Richtung zielt, immer unter dem Aspekt dass dieser Standort wirklich im Zentrum und somit ideal liegt:
Die geschützte Fassade quasi als Denkmal stehen lassen (wie z. B. ein Teil der Fassade des alten Bahnhofs in Luzern), gleich hinter der Fassade einen Parkplatz für Besucher des Stadthauses einrichten und im Anschluss an diesen Parkplatz das neue Stadthaus längs der Marktstrasse auf stadteigenem Grund errichten. Dort kann das neue Stadthaus ohne jegliches Präjudiz geplant und gebaut werden. Der Parkplatz müsste dabei als letzte Etappe zur Ausführung kommen, damit an seiner Stelle ein Grossteil der Verwaltung im noch bestehenden Gebäude bis zum Umzug verbleiben kann. Das jetzt schon als Ausfahrt zur Hauptstrasse gesperrte Stück der Marktstrasse wäre die ideale Zufahrt zum Stadthaus und dessen Besucher müssten nicht andere, spärlich vorhandene Parkplätze belegen.

Ich gehe einig mit der Kritik, dass das Stadthaus an jener Stelle ein wenig versteckt wäre, aber das ist dann Sache der Architekten, das Äussere und die unmittelbare Umgebung entsprechend attraktiv zu gestalten. Ein Repräsentativbau ist nicht zwingend notwendig, was wir brauchen ist ein optimaler Zweckbau der gleichzeitig eine Zentrumsfunktion ausüben kann. Weitere mögliche Funktionen hier aufzulisten würde den Rahmen eines Leserbriefes sprengen, ich hoffe aber, in letzter Minute noch einen Denkanstoss gegeben zu haben.
 

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