/// Rubrik: Artikel

Volkstrauertag im Zeichen sakraler Musik

Konstanz – Der Bodensee-Madrigalchor führt in Singens Liebfrauenkirche Requiem von Brahms auf.

Keinesfalls sang- und klanglos geht der diesjährige Volkstrauertag am Sonntag, 18. November, in Singen vonstatten. Um genau 17 Uhr findet sich im Altarraum der Liebfrauenkirche der Bodensee-Madrigalchor unter der Leitung von Heinz Bucher ein, um mit dem Deutschen Requiem ein überaus bedeutsames Werk von Johannes Brahms musikalisch in Szene zu setzen. Zuvor aber werden gleichfalls von Brahms die Vier ernsten Gesänge, op. 121 für eine Bassstimme und Klavier angestimmt. Vortragender ist der in Berlin beheimatete Bass-Bariton, Stephen Bronk. Seinen hohen Stellenwert im Konzertgefüge lässt sich insbesondere auch daran ableiten, dass Bronk zum festen Ensemblemitglied der Deutschen Oper, Berlin avanciert ist. Er hat überdies schon mehrmals mit dem Bodensee-Madrigalchor konzertiert; erinnert sei an den grandiosen «Elias». Die «Vier ernsten Gesänge» sind ein Requiem in Liedform, die Quintessenz von Brahms` Liedschaffen, in dem er einen volksliedhaften Ton und die archaisch-expressive Sprache seines «Deutschen Requiems» miteinander verbunden hat. Der Höhepunkt des Konzertabends ist freilich «Ein deutsches Requiem», op. 45 nach Worten der Heiligen Schrift für Soli, Chor, zwei Klaviere und Pauken. Die Klavierpartien sind Sache von Siegfried Zielke und Roland Uhl, während an den Pauken Xaver Martin zu hören sein wird. Für die Soli konnten Claudia von Tilzer, Sopran, und Stephen Bronk, Bass-Bariton, gewonnen werden. Johannes Brahms wurde als Achtzehnjähriger von Robert Schumann «entdeckt». Nach Schumanns Tod (1856) fasste Brahms den Plan, eine Totenmesse oder Trauerkantate zu schreiben. Die endgültige siebensätzige Fassung des Werkes wurde dann allerdings erstmals im Jahre 1869 im Gewandhaus in Leipzig aufgeführt. Brahms hatte nicht das lateinische Requiem übersetzt, sondern selbst Texte aus der Bibel ausgewählt und zusammengestellt. So schuf er «Ein deutsches Requiem», welches das Mysterium von Tod und Auferstehung vor allem als tröstlichen Zuspruch für die Lebenden versteht. Diese Hinwendung an den Menschen über alle Grenzen von Kirchen und Konfessionen hinweg war ein wichtiger Grund für die aussergewöhnliche Beliebtheit des Requiems bis auf den heutigen Tag. Die musikalische Aussage des Werkes, die jeden empfindsamen Hörer spontan bewegt, reicht von Teilen liedhaften Charakters über gewaltige dramatische Steigerungen bis hin zu meditativen Passagen. Der Bodensee-Madrigalchor steht unter der Leitung seines Gründers Heinz Bucher. Seine Interpretationen bedeutender Werke der Chorsinfonik fanden und finden stets grosse Beachtung.

Karten im Vorverkauf für das am Samstag, 17. November, stattfindende Konzert im Münster auf der Insel Reichenau gibt es bei der dortigen Touristinformation, Tel. 0049 7534 92070, für das Singener Konzert tags darauf in der Liebfrauenkirche bei der Tourist Information Singen, Marktpassage, August-Ruf-Strasse 13, oder Stadthalle, Tel. 0048 7731 85-262 oder -504.

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.