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Weihnachtsmarkt-Motto: «Jo, mir chönd!»

Kreuzlingen – Dieses Jahr soll Kreuzlingen wieder einen Weihnachtsmarkt bekommen. Organisator Thomas Witzel erklärt, was diesen zum besonderen Erlebnis werden lässt.

Herr Witzel, warum wollen Sie den Weihnachtsmarkt wieder nach Kreuzlingen bringen?
Thomas Witzel: Als gebürtiger Kreuzlinger war es schon seit einiger Zeit etwas beklemmend mit anzusehen, wie unsere Stadt sich ständig und immer mehr mit Wechselkursproblemen aufhält, anstatt das uns Gegebene, Besondere weiterzuentwickeln. Wir leben in der grössten Schweizer Stadt am Bodensee, einen Weihnachtsmarkt haben wir alle verdient.

Was wird den Kreuzlinger Weihnachtsmarkt von dem in Konstanz unterscheiden?
Der Kreuzlinger Dreispitzpark mit seinen Bäumen und dem idyllischen Park ist schon eine besondere Location. Dort werden die Weihnachtsmarktstände so angeordnet, dass die Besucher im Mittelpunkt stehen. So bildet sich ein zentraler Platz, der zum Beisammensein einlädt. Des Weiteren errichten wir vor dem Brunnen, gut einsehbar, einen Bühne die für unterhaltsame Überraschungen sorgen wird. Gibt’s das in Konstanz?

Gab es denn schon Rückmeldungen auf Ihre Ideen?
Oh ja, viele. Das hat uns sehr bewegt. Die guten Wünsche und die Unterstützung, auch von Mitbürgern, die wir gar nicht kennen, motivieren uns sehr.
 
Wie stehen Sie zur Entscheidung der Stadt, den Weihnachtsmarkt finanziell nicht zu unterstützen?
Wir sind zwar überrascht, aber wir haben das zu akzeptieren. Der Weihnachtsmann muss halt seinen Gürtel nun etwas enger schnallen.

Warum bevorzugen Sie den Dreispitzpark als Veranstaltungsplatz und nicht z. B. den Boulevard?
Als Event- und Marketing-Unternehmen haben wir das ganz nüchtern analysiert und dann ein Konzept entwickelt. Das Ergebnis war klar. Wenn Kreuzlingen attraktiv ist, ist auch der Boulevard belebt, umgekehrt geht es nicht. In keiner Stadt der Welt. Des Weiteren müssen die Besucher die Möglichkeit haben, auch spontan kommen zu können, ohne nach dem Datum schauen zu müssen. So haben auch die Standbetreiber die Möglichkeit, etwas zu verdienen. Die leben schliesslich davon.

Und wie lautet Ihr Konzept?
Das Motto im ersten Jahr lautet: «Jo, mir chönd». Miteinander erleben und geniessen. Die Vielfalt des kulinarischen Angebots wird alle begeistern, und in Verbindung mit dem auf der Bühne stadtfindenden Unterhaltungsprogramm ist jeder Tag ein neues Erlebnis. Wir bitten alle, die etwas darbieten möchten, sich bei uns zu melden, sodass ein buntes Programm auf der Bühne entsteht. Wir glauben fest daran, dass noch viele unentdeckte Talente in Kreuzlingen schlummern, denen wir gerne zurufen: «Jo, mir chönd zämä!»

Die Stadt Gibt kein Geld
Der Vorlauf des Veranstalters für die Planung und Kommunikation sei zu kurz gewesen, schreibt Stadtammann Andreas Netzle. «Als die Initianten im Oktober – knapp zwei Monate vor dem geplanten Beginn – auf uns zukamen, bestand erst eine grobe Skizze des Anlasses. Um aber Erfolg zu haben, das heisst um genügend Aussteller zu bekommen, muss ein Markt von der angedachten Grösse und Dauer früher geplant und bei den potenziellen Mietern bekannt gemacht werden. Damit lässt sich das finanzielle Risiko reduzieren.» Die Standortwahl sei nicht entscheidend gewesen. Von Seiten der Stadt werde aber der Boulevard favorisiert: «Wir haben den Boulevard extra gemacht und entsprechend ausgestaltet, damit dort Veranstaltungen möglich sind, die auch den Läden und Restaurants im Zentrum Frequenzen bringen.»

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