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Infoveranstaltung «Erfolgsfaktor Gesunde Mitarbeiter»

Frauenfeld – An der von der Hunziker Leutenegger Treuhand AG Scherzingen/Frauenfeld und dem Amt für Wirtschaft und Arbeit, Frauenfeld, organisierten Informationsveranstaltung zum Thema «Erfolgsfaktor Gesunde Mitarbeiter» im Blindenzentrum Landschlacht sowie im Start Gründungszentrum Frauenfeld haben die anwesenden UnternehmerInnen Antworten auf die Frage «Lohnt sich Gesundheitsvorsorge für ein KMU-Unternehmen?» erhalten.

Roland Giger, Mitinhaber der Hunziker Leutenegger Treuhand AG wies in seinem Impuls-Referat darauf hin, weshalb die Gesundheit gefährdet sein kann, wobei das Wort «Stress» – sei es an der Arbeit oder in der Freizeit – immer wieder genannt wurde, welches die Gesundheits- und Stressfaktoren am Arbeitsplatz sind, hierbei ist die 24-Stunden-Erreichbarkeit einer der wesentlichsten Stressfaktoren. Giger zeigte die Stressfolgeerkrankungen auf und machte die Schlussfolgerung, dass die Mitarbeitenden früher, obwohl man 51⁄2-Tage in der Woche arbeitete und weniger Ferien hatte, über weniger Stress klagten als heute.

Flurina Morell, Gesundheitsmanagerin der Helsana AG, führte die negativen Folgen von Belastungen auf und zeigte Lösungen auf, was ein Unternehmen zur Förderung der psychischen Gesundheit am Arbeitsplatz tun kann. Aufhorchen liess die schweizerische Gesundheitsbefragung von 2007, welche ergab, dass 62% der Mitarbeitenden unter Stress und Zeitdruck am Arbeitsplatz leiden und davon 41%, welche sich psychisch belastet fühlen. Die Stressstudie 2010 zeigte, dass das Erleben von Stress vor allem mit unklaren Arbeitsanweisungen, Zeitdruck, Arbeit in der Freizeit, überlangen Arbeitstagen und der Anforderung in der Arbeit, Gefühle zeigen zu müssen, die nicht mit den eigenen übereinstimmen, einhergeht. Zudem wurden die Kosten bei Absenzen aufgezeigt. Die Helsana bietet ein betriebliches Gesundheitsmanagement an, welches hilft, wichtige Handlungsfelder auszumachen und diese anzugehen.

Der Vertreter der IV-Stelle Thurgau, Daniel Naef, zeigte auf, welche Chancen ein früher Einbezug der IV ermöglicht. Er führte aus, dass die Meinung «einmal Rente – immer Rente» definitiv der Vergangenheit angehöre. Heute gelte die Rente als Brücke zur Eingliederung. Dass die Eingliederungschance jedoch je länger der Ausfall dauert, schwindet, zeigt die Statistik. Naef betonte denn auch, wie wichtig eine Früherfassung ist, welche eine Frühintervention ermöglicht. Weiter führte er die Möglichkeiten der IV-Stelle auf, welche als erstes den Arbeitsplatzerhalt resp. Umplatzierung vorsieht. Auf Interesse stiess dabei der von der IV-Stelle lancierte Arbeitsversuch, bei welchem für den Arbeitgeber kein Arbeitsverhältnis nach OR und demzufolge auch keine Lohnkosten anfallen. Dieser Arbeitsversuch dauert max. sechs Monate, die Wiedereingliederungschancen erhöhen sich aber dabei. Naef ist denn auch überzeugt, dass die IV mitten im Wandel von der Renten- zur Eingliederungsversicherung steht und dass Alle davon profitieren.

Hannes Arbenz und Philipp Hofmann von Arbenz + Partner AG Risk Service zeigten auf, wo die richtige Balance zwischen Kosten und Leistung einer Versicherung liegt, was eine falsche Antragsdeklaration ein Unternehmen kosten kann und wo beim Konfliktpotential Unternehmen – Arbeitnehmer die Rechten und Pflichten liegen und wie das Unternehmen beim Versicherer zu seinen Leistungsansprüchen kommt.

Unter der Führung von Edgar Sidamgrotzki, Chef Amt für Wirtschaft und Arbeit, fand anschliessend eine angeregte Diskussion zwischen den Referenten und den Zuhörern statt.

Die ausführlichen Referate sind zu finden auf: www.hl-treuhand.ch (Fach-News / Vorträge).

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