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Kreditanträge für drei grosse Bauvorhaben

Thurgau – Im Jahr 2013 soll mit drei grossen Bauvorhaben begonnen werden: der Gesamtsanierung der Ausstellungsräume Nord des Kunstmuseums Thurgau in der Kartause Ittingen, dem Neubau des Kompetenzzentrums Beratung am BBZ Arenenberg sowie der Erschliessung des Spitals Frauenfeld über den neuen «Eingang Süd».

Der Regierungsrat unterbreitet dem Grossen Rat die drei Objektkredite mit einer Gesamtsumme von 15.81 Millionen Franken als Beilagen zur Budgetbotschaft 2013.

Der erste Objektkredit von 4.6 Mio. Franken wird für die Sanierung der Ausstellungsräume des Kunstmuseums beantragt. Dieses betreibt der Kanton Thurgau seit fast 30 Jahren in der Kartause Ittingen und will es langfristig erfolgreich weiterentwickeln. Die Bedingungen dafür sind heute nicht gegeben: Die kantonale Kunstsammlung kann wegen den engen Verhältnissen in den bestehenden Ausstellungsräumen nicht angemessen gezeigt werden und Ausstellungen mit besonderen Leihgaben können nicht organisiert werden, weil die schlechten klimatischen Bedingungen die aktuellen Museumsstandards nicht erfüllen. Deshalb sollen nun ein Erweiterungsbau realisiert und die bestehenden Ausstellungsräume klimatisch umfassend saniert werden.
 
Für die Erweiterung – ein langgezogener Holzbau mit 600 Quadratmetern Ausstellungsfläche zwischen den bestehenden Ausstellungsklausen und der Klostermauer – tritt die Stiftung Kartause Ittingen als Bauherrin auf. An der Finanzierung beteiligt sich der Kanton massgeblich mit Geldern aus dem Lotteriefonds, dafür zahlt er keine Miete für die Nutzung der Räume. Da es sinnvoll ist, gleichzeitig mit der Erstellung des Erweiterungsbaus die bestehenden, 30-jährigen Gebäudeteile des Museums zu sanieren, unterbreitet der Regierungsrat dem Grossen Rat den Objektkredit von 4.6 Mio. Franken.
 
Der Baubeginn ist für Sommer 2013 geplant, der Abschluss soll ein Jahr später erfolgen. Mit den geplanten Sanierungsmassnahmen können nicht nur die aktuellen Museums-Standards erreicht werden, sondern der Energieverbrauch kann gegenüber dem heutigen Zustand um 75 Prozent gesenkt werden.
 
Neubau Kompetenzzentrum Beratung am BBZ Arenenberg
Der zweite Objektkredit von 4.91 Mio. Franken wird unterbreitet, um am Bildungs- und Beratungszentrum (BBZ) Arenenberg ein neues Kompetenzzentrum für die Beratung bauen zu können. Obwohl diese in den vergangenen Jahren immer wichtiger geworden ist, sind die räumlichen Verhältnisse nicht darauf ausgelegt: Derzeit sind am BBZ Arenenberg insgesamt 40 Personen in drei verschiedenen Gemeinden und in sechs verschiedenen Gebäuden in der Beratung und in der Fachausbildung tätig. Mit dem Neubau eines Kompetenzzentrums Beratung können alle Arbeitsplätze in einem Gebäude mit optimaler Infrastruktur für eine zeitgemässe Bildungs- und Beratungstätigkeit zusammengefasst werden.
 
Das Kompetenzzentrum war bereits letztes Jahr geplant, die Geschäftsprüfungs- und Finanzkommission des Grossen Rates (GFK) stellte jedoch insbesondere die Baukosten und das Raumprogramm in Frage. Das Projekt wurde in der Folge zur Überarbeitung zurückgezogen und wird nun nach Optimierungen erneut zur Genehmigung beantragt. Die Baukosten wurden über einen optimierten Grundriss, einfachere Materialwahl und eine Überarbeitung des Raumprogramms von 5.2 auf 4.91 Mio. Franken gesenkt. Labor und Garderoben mit Duschen wurden aus dem Raumprogramm gestrichen, Besprechungsräume und Archiv wurden im Projekt reduziert. Zudem konnte die Anzahl Arbeitsplätze von 36 auf 45 erhöht werden.
 
Der Baubeginn ist für Frühling 2013 vorgesehen, der Bezug des Neubaus für Sommer 2014. Entstehen soll ein zukunftsweisender Holzbau im Minergie-P-Standard, bei der Ausführung wird regionales FSC-zertifiziertes Holz verwendet. Nach dem Bezug des Neubaus kann das bestehende Fachstellenhaus rückgebaut werden, wodurch Platz für die notwendigen zusätzlichen Parkplätze entsteht.
 
Eingang Süd des Kantonsspitals Frauenfeld
Der dritte Objektkredit von 6.3 Mio. Franken wird für den sogenannten Eingang Süd des Kantonsspitals Frauenfeld beantragt. Die unter dieser Bezeichnung zusammengefassten Massnahmen sind notwendig, weil die Spital Thurgau AG das Parkierungs-Problem rund um das Kantonsspital lösen will und deshalb eine unterirdische Parkierungsanlage mit ca. 420 Parkplätzen plant und vollumfänglich finanzieren wird. Im Gegenzug aufgehoben werden der Besucher-Parkplatz Nord, die provisorischen Parkplätze Süd sowie ein Teil des Platzes Nordost. Insgesamt werden nach der Realisierung ca. 700 Parkplätze zur Verfügung stehen.
 
Mit der Inbetriebnahme des Parkhauses muss der Haupteingang des Kantonsspitals neu auf die Südseite verlegt werden. Dazu sind verschiedene bauliche Massnahmen nötig, die auf den Kanton entfallen. Der Anteil der Spital Thurgau AG beträgt 1.3 Mio. Franken. Anpassungen braucht es insbesondere im gesamten Eingangsbereich, bei der Zufahrt für Personenwagen (Behinderte, Taxis, «Storchentransporte») sowie beim Fussweg von der Bushaltestelle und den Wegverbindungen zum Parkhaus. Der heutige Aussensitzplatz des Restaurants, der mit dem Bau des neuen Südzugangs verloren geht, wird auf das bereits sanierte Dach der alten Einstellhalle verlegt. Anpassungen gibt es auch beim Rettungsdienst: Die Einstellhalle für die Rettungsfahrzeuge wird ins Parkhaus integriert, die dazugehörigen Aufenthalts- und Diensträume werden in das bestehende Wohnhaus Coco auf der gegenüberliegenden Seite eingebaut.
 
Es ist vorgesehen, im Sommer 2013 mit dem Bau der Parkierungsanlage zu beginnen. Um die Anlage betreiben zu können, ist der Eingang Süd mit allen Umgebungsarbeiten bis Ende 2014 fertig zu stellen. Damit werden auch die Voraussetzungen geschaffen, um das Projekt Horizont (Anbau Nord und Neubau Bettenhaus) Ende 2014, Anfangs 2015 in Angriff zu nehmen. Während der rund 4-jährigen Ausführung bleibt die neue Südseite eine funktionierende und attraktive Visitenkarte des Kantonsspitals.
 

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