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Schafft sich die evangelische Kirche selbst ab?

Leserbrief – Im (evangelischen) Kirchenbote Nr. 11, November 2012 konnte man zum Thema Kremation Folgendes lesen: «Stehen sich christlicher Auferstehungsglaube und Feuerbestattung im Wege? Obwohl dies für die evangelischen Kirchen keine Frage (mehr) ist, gibt es auch heute noch Menschen, die aus religiösen Gründen eine Erdbestattung wünschen.»

In diesem Artikel meint Pfarrer Maywald, dass, von der Sache her, die Bibel keine Vorschrift über die Bestattungsart enthalte. Weiter schreibt Maywald: «Trotzdem würde wohl niemand behaupten wollen, dass die Millionen jüdischer Menschen, die im Holocaust in den deutschen Konzentrationslagern umgebracht und verbrannt wurden, aus ihrer religiösen Bestimmung gefallen wären.»

Ich meine, dass es eines Pfarrers unwürdig ist, mit dem Holocaust die Kremation zu rechtfertigen. Es ist wohl wahr, dass die Bibel keine Vorschrift über die Bestattungsart gibt und dass eine Verbrennung die Auferstehung nicht hindern kann. Gemäss der Bibel, müssen alle auferstehen, sei es in der ersten Auferstehung zum Leben oder in der 2. Auferstehung zum Gericht. So wie es in Apg. 24.15 heisst: «Und ich habe die Hoffnung zu Gott, auf die auch sie selbst warten, dass es eine künftige Auferstehung der Toten geben wird, sowohl der Gerechten als auch der Ungerechten.» An dieser Auferstehung kann eine Kremation nichts ändern.

Es ist aber auch wahr, dass die Bibel hunderte Male von «begraben», «Grab», «Gruft» und «Verwesung» spricht und nur einige wenige Male von Verbrennung und wenn sie das tut, dann immer in Verbindung mit Gericht. Aus diesen Umständen lässt sich sehr gut ableiten, dass die «Ganzkörperbestattung» die von Gott gewollte Bestattungart ist. Mit einer Erdbestattung kann ein Christ sicher sein, dass er Gottes Wort nicht widerspricht. Und wenn jemand sich Christ nennt, warum soll für ihn die Bibel nicht wegweisend sein, sei es im Leben oder im Tod.
Ich meine, dass, wenn die Bibel für die evangelischen Kirchen keine wegweisende Bestimmung mehr hat, sei es im Leben oder im Tod, sie ihre Daseinsberechtigung selbst begraben haben. Arthur Bosshart

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