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Wolken am Finanzhimmel

Frauenfeld – Das 15. Kommunalforum der Thurgauer Kantonalbank (TKB) und des Beratungsunternehmens OBT AG trug den Titel «Wolken am Finanzhimmel». Rund 150 Behördenvertreter und Kantonsparlamentarier nahmen an der Veranstaltung im Casino Frauenfeld teil und verfolgten die Referate über finanz- und wirtschaftspolitische Themen mit.

Das Interesse am 15. Kommunalforum – dem Informationsanlass für Exponenten der Öffentlichen Hand – war gross. Rund 150 angemeldete Gäste trafen sich am 19. November im Casino Frauenfeld ein. Über die Schweizer Finanz- und Wirtschaftspolitik, das Konjunkturklima sowie über den Finanzhaushalt des Bundes und der Kantone wurden selbst nach dem offiziellen Teil der Veranstaltung rege diskutiert.

2013 wird anspruchsvoll
Welche Perspektiven hat die Schweizer Wirtschaft? Dieser Frage ging Dr. Felix Brill, Chefökonom vom Beratungsunternehmen Wellershoff & Partners, nach. Dabei gewährte er dem Publikum einen Ausblick in die wirtschaftliche Situation verschiedener europäischen Ländern. In Spanien, Frankreich oder Italien habe sich das Konjunkturklima in der vergangenen Zeit verschlechtert. «Die Schweiz steht hingegen immer noch gut da, auch wenn die Konsumentenstimmung in den letzten Monaten auf dem gleichen Niveau geblieben ist und die Preise sich eher nach oben entwickelten.» Trotz der relativ stabilen Wirtschaftssituation in der Schweiz warnte Felix Brill vor einer enthusiastischen Haltung. Er prognostizierte für die Volkswirtschaften weltweit ein eher schwieriges 2013 – was für die Schweiz ein anspruchsvolles Umfeld bedeute.

Soziale Wohlfahrt im Mittelpunkt
Dr. Frank Marty, stv. Bereichsleiter Finanz- und Steuerpolitik bei Economisuisse, thematisierte in seinem Referat die Entwicklung der Schweizer Staatsfinanzen. «Die Einnahmen- und Ausgaben des Bundes entwickelten sich in den letzten Jahren beinahe parallel – sie nahmen zu», stellte er fest. Positiv sei, dass unter den OECD-Ländern – neben Norwegen und Schweden – auch die Schweiz eine negative Bruttoverschuldung aufweist. Dabei werde das meiste Geld sowohl beim Bund als auch bei den Kantonen für die soziale Wohlfahrt ausgegeben. «Wenn die Ausgaben weiterhin so hoch bleiben, wird die Gesamtverschuldung der Schweiz rasant zunehmen», erläuterte Frank Marty. Deshalb sei es wichtig, die Problemlösung rechtzeitig anzugehen. «Je länger wir mit greifenden Massnahmen warten, desto teurer wird es für die Schweiz zu stehen kommen».

Anschliessend nahmen die Referenten mit Regierungsrat Bernhard Koch an der Podiumsdiskussion teil und thematisierten einzelne Aspekte aus den Referaten. Die Gastgeber der Veranstaltung, Heinz Huber, Mitglied der Geschäftsleitung der TKB, und Dr. Jean-Claude Kleiner, Mitglied der Geschäftsleitung der OBT AG, freuten sich über den erfolgreichen Anlass.

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