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Abbruch im Nachhinein bewilligt

Kreuzlingen – Im April diesen Jahres sorgte der Abbruch des Schopfes hinter dem Restaurant Grödeli an der Konstanzerstrasse 58 für Aufsehen. Die Bewilligung dafür wurde erst im Nachhinein erteilt. Nun muss der Eigentümer für den damals unrechtmässigen Abbruch die Konsequenzen tragen.

Eigentlich hätte der Schopf in seiner ganzen Pracht noch bis vor Kurzem hinter dem Restaurant Grödeli stehen müssen. Doch auch ohne rechtskräftige Bewilligung liess der Eigentümer das Häuschen im April abreissen. Ganz zum Entsetzen einer Nachbarin, die den alten Bau als denkmalgeschützt erachtete (wir berichteten). Erst im September diesen Jahres entschied sich das Baudepartement dafür, den Abbruch zu genehmigen. Doch wie kam es dazu?

Nicht wertvoll, wertvoll?
Ein erstes Abbruchgesuch für den Grödeli-Schopf ging bereits Anfang 2011 beim Kreuzlinger Baudepartement ein. «Das Gesuch wurde zur Prüfung an die kantonale Denkmalpflege weitergeleitet», erklärt Stadtrat Michael Dörflinger vom Departement Bau.  Im Richtplan der Stadt werde das Haus zwar als «gesamthaft erhaltenswert» geführt, doch von der Denkmalpflege sei ihm damals nicht das Prädikat «wertvoll» verliehen worden. Die Bau- und Abbruchpläne des Eigentümers verliefen sich aber im Sand.
Ende 2011 ging ein zweites Abbruchgesuch ein – die Parkplätze des Restaurants Grödeli sollten erweitert werden. Erneut ging das Gesuch nach Frauenfeld, wo man das Gebäude ein weiteres Mal unter die Lupe nahm. «Erst im Frühjar 2012 entschied sich die Denkmalpflege, den Schopf als ‹wertvoll› in das Hinweisinventar aufzunehmen», teilt Dörflinger mit. Doch da war es um das kleine Häuschen bereits geschehen.

Gesamthaft betrachten
«Es wurde sofort ein Baustopp erteilt», so Dörflinger, «da geprüft werden musste, ob noch wertvolle Substanzen erhalten sind.» Schliesslich habe man aber konsquent und mit Blick aufs Ganze handeln müssen: «Die Aussagen zum ersten Baugesuch konnten nicht ausser Acht gelassen werden. Die Bürger sollen sich schliesslich auf die Weisungen der Behörden verlassen können. Damals wurde der Schopf noch nicht im Hinweisinventar geführt und hätte schliesslich abgerissen werden dürfen.» Im September habe man sich daher entschieden, den Abbruch im Nachhinein zu bewilligen.

Zur Anzeige gebracht
«Nichts desto trotz ist und bleibt der Abbruch widerrechtlich», sagt Michael Dörflinger. Erst jetzt hätte dieser erfolgen dürfen. Und so müsse der Eigentümer denn auch mit den Konsequenzen leben. «Da das Haus im April ohne rechtskräftige Bewilligung entfernt wurde, hat die Stadt das zur Anzeige gebracht.» Die Höhe der Strafe aber sei Sache der Richter.

Auf Anfrage teilte der Eigentümer mit, dass er erst zu einem späteren Zeitpunkt Stellung zum Geschehen nehmen möchte.  

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