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«An meinem Willen fehlt es nicht»

Güttingen – Die Güttinger Gemeinderäte haben vor zwei Wochen den Rücktritt von Gemeindeammann Eugen Staub gefordert. Dieser meldete sich mit einer Medienmitteilung nun öffentlich zu Wort und bekundet darin: «Ich trete nicht zurück.»

Güttingen. Aufgrund von Unstimmigkeiten im Güttinger Gemeindehaus und zahlreichen Kündigungen von Mitarbeitern, forderten die Gemeinderäte Marcel Baumgartner, Sandra Stadler-Kuster, Thomas Thalmann und Max Wicker Gemeindeammann Eugen Staub auf, von seinem Amt zurückzutreten. Vor einer Woche trat Staub nun selbst mit einer Mitteilung an die Medien heran. «Nach Rücksprache mit meinem Arzt steht fest, dass die stattliche Zahl von Interviews im Moment eine zu grosse Belastung für mich darstellt», schreibt er. Klar und deutlich formuliert er seinen Standpunkt: «Um dies ein für alle Mal klarzustellen: Ich trete nicht zurück.»

Zuspruch aus der Bevölkerung
Den Gang seiner Gemeinderatskollegin und –kollegen an die Medien könne er absolut nicht nachvollziehen. Staub weiter: «Es kann und darf nicht sein, dass der Versuch, einen gewählten Volksvertreter während dessen krankheitsbedingter Abwesenheit aus dem Amt zu drängen, gelingt. Ein Rücktritt wäre der schlechteste Dienst an der Bevölkerung und der Gemeinde und ist schon aus diesen Gründen abzulehnen.» Zudem habe er in den letzten Tagen sehr viel Zuspruch erhalten.

Nun sei es sein oberstes Ziel, dass in Güttingen wieder Ruhe einkehrt und Gemeinderat und Verwaltung wieder funktionieren. Damit das gelingt, solle nicht noch mehr Geschirr in der Öffentlichkeit zerschlagen werden. Schliesslich sei bis zum Ende der letzten Legislaturperiode sowohl die Rats- wie auch die Verwaltungsarbeit sehr gut gelaufen.

Nicht seine Schuld
Dass die Personalabgänge durch ihn verursacht worden sein sollen, weist er entschieden zurück: «Das trifft nicht zu. Die Erörterung der Hintergründe kann jedoch nicht Gegenstand einer in den Medien ausgetragenen Debatte sein.» Er wolle in der Öffentlichkeit keine schmutzige Wäsche waschen und werde daher weiterhin keine Fakten und Details zu dieser Geschichte bekannt geben.

Staub geht davon aus, dass er seine Tätigkeit als Gemeindeammann bis Ende des Jahres wieder mit vollem Engagement fortsetzen kann. Weiter schreibt er: «Von meiner Kollegin und meinen Kollegen erwarte ich, dass sie sich jetzt und auch nach meiner Rückkehr loyal und engagiert für unsere Gemeinde einsetzen und die gute Zusammenarbeit, welche von 2007 bis 2011 bestand, wieder aufnehmen.» Dafür erachtet er sogar qualifizierte, externe Hilfe als möglich. Er betont zum Schluss: «Noch ist es nicht zu spät. An meinem Willen jedenfalls fehlt es weiterhin nicht.»

Im Gemeinderat aber wird er wohl auf Widerstand treffen. Das Schreiben von Staub haben die Gemeinderäte «zur Kenntnis genommen», teilt Marcel Baumgartner im Namen der Räte auf Anfrage mit. Doch: «Es gibt kein gemeinsames ‹wir›.» Eine weitere Zusammenarbeit zwischen dem Gemeinderat und dem Gemeindeammann sei ausgeschlossen. «Alle Teambildenden Massnahmen sind in den letzten Jahren erfolgt – das Vertrauen ist vollends zerrüttet.»   

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