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Dem See und der Malerei treu

Kreuzlingen – Der Kreuzlinger Kunstmaler Helmut Weymann ist in diesem Jahr 80 Jahre alt geworden. Nach einem Schicksalsschlag vor drei Jahren und einer längeren Schaffenspause, hat er sich wieder Farbe und Pinsel zugewandt. Vor 14 Tagen hat er sein neustes Bild fertiggestellt.

Wer Helmut Weymanns Wohnzimmer betritt, der findet sich in einer kleinen Ausstellung stimmungsvoller Bilder wieder. Hauptsächlich zeigen sie den Bodensee zwischen Kreuzlingen und Ermatingen – im Nebel, bei herrlichem Wetter, in Abendrot getaucht.

«Ich bin ein Landschaftsmaler und liebe den Bodensee», erzählt Weymann. «Schon als kleiner Junge bin ich oft am Ufer gesessen und habe dort gemalt.» Seit er 15 Jahre alt ist, geht er seiner liebsten Beschäftigung nach. Das älteste Bild ist von 1949 und hängt auch bei ihm an der Wand: Es ist klein und zeigt das Konstanzer Schnetztor.

Eine reine «Gefühlssache»
Seine Ideen holt sich der Maler auf Spaziergängen und -fahrten oder wenn er mit dem Boot rausfährt. Gemalt wird dann, wenn ihm danach ist. «Malen ist eine reine Lust- und Gefühlssache», erklärt er. So gab es bereits Zeiten, wo er den Pinsel gar nicht in die Hand genommen hat. «Vor drei Jahren ist meine Frau gestorben, ein halbes Jahr danach erlitt ich einen Schlaganfall. Da habe ich lange nicht gemalt.» Doch war es schliesslich auch sein Hobby, das ihm geholfen hat, diese Zeit zu überwinden. Sein neustes Bild hat er vor 14 Tagen fertiggestellt. Es zeigt die Bogenbrücke von Ermatingen, gegenüber der Insel Reichenau.
Mittlerweile sind es über 2000 Bilder die Weymann mit Kreide, Öl oder Aquarellfarben gemalt hat. Auch Hinterglasmalerei ist bei ihm zu sehen. Doch nicht alle Bilder haben in seinem Wohnzimmer Platz. «Sie sind gut verstaut», sagt er schmunzelnd. «Die werden wieder gezeigt, wenn ich eine Ausstellung mache.» Und damit soll es Anfang 2013 in Waldhof wieder soweit sein. Ausserdem sei es für ihn eine grosse Freude, Bilder nach längerer Zeit wieder vorzunehmen und sich an den gemalten Moment zurückzuerinnern.

Wer rastet der rostet
Schon immer ist Weymann ein aktiver Mensch gewesen. Die Malerei sei zwar sein liebstes Hobby, doch war sie nie sein einziges. «Fischen, Briefmarken und Fasnacht», zählt der 80-jährige zusätzlich auf. Und auch diese spiegeln sich in manch seiner Gemälde wieder. «Mein Leben war stets gefüllt mit schönen Freizeitbeschäftigungen.» Und auch mit der Malerei möchte er noch lange nicht aufhören. Sein Motto ist: Wer rastet, der rostet. «Die Füsse machen zwar langsam schlapp, doch im Kopf bin ich noch frisch», sagt er schmunzelnd. Und malen möchte er, so lange es geht.
   

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