/// Rubrik: Artikel

Einheimische Vogelarten besser kennenlernen

Thurgau – Die Aufnahmen für den Brutvogelatlas 2013 bis 2016 der Schweizerischen Vogelwarte Sempach beginnen im nächsten Frühjahr. Auch Thurgau sollen alle Brutvogelarten dokumentiert werden. Deshalb bietet der Thurgauer Vogelschutz einen Feldornithologie-Kurs an, um die einheimischen Vogelarten besser kennenlernen zu können.

Der neue Brutvogelatlas 2013 bis 2016 ist derzeit das grösste feldornithologische Projekt in der ganzen Schweiz. Die neuen Erkenntnisse schaffen wichtige Grundlagen für die Ausrichtung der Naturschutzpolitik und
des Vogelschutzes, die Neuauflage nach 20 Jahren wird ein Standardwerk der Umweltbeobachtung werden. In 467 Atlasquadraten der Schweiz werden die negativen wie auch positiven Veränderungen der Vogelwelt dokumentiert. Im Kanton Thurgau müssen 17 Atlasquadrate von je 100 Quadratkilometern
bearbeitet werden.

Im Thurgau setzen sich die Biologen Bettina Almasi, Andrea Friedrich Winteler, Mathis Müller und der Primar lehrer Renato Winteler für die Ausbildung der Feldornithologen ein. «Unterstützung kommt auch aus den
Sektionen der lokalen Natur- und Vogelschutzvereine», sagt Andreas Engeler, Präsident des Thurgauer Vogelschutzes. Zurzeit sind im Thurgau noch fünf Atlasquadrate nicht besetzt, und auch für die Suche nach seltenen Vogelarten wie die Waldschnepfe, die Dohle oder das Schwarzkehlchen braucht es weitere rund zehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Kehren verschwundene Vogelarten zurück?
Die Vogelwelt des Thurgaus umfasst gemäss Mathis Müller rund 140 Brutvogelarten, davon brüten etwa 107 Arten regelmässig. In den letzten Jahrzehnten stellt man bei einigen Arten wie bei der Feldlerche
Bestandsrückgänge fest, andere Arten, wie der Weissstorch, nahmen aber auch zu. Nachdem der Wiedehopf im Thurgau in den Neunzigerjahren als Brutvogel verschwand, tauchte er in den letzten Jahren hin und wieder während der Brutzeit auf. Wer weiss, vielleicht kehrt der Wiedehopf in den nächsten
Jahren in den Thurgau zurück, sagt Mathis Müller.

Wichtiges Fachwissen
«Mit dem Schutz einer bestimmten Vogelart ist die Arbeit jedoch noch nicht getan», sagt der Präsident des Thurgauer Vogelschutzes. Die Spezialisten hoffen, dass die heutige Vielfalt erhalten und lokal verbessert werden kann. Um die Vogelarten bestimmen zu können, braucht es Ornithologen, die möglichst alle Brutvogelarten nachweisen können. Daher wird ab Februar 2013 ein Feldornithologie-Kurs ausgeschrieben. Mit Unterstützung des Thurgauer Vogelschutzes lernen Interessierte unter kompetenter Leitung die Vögel der Schweiz kennen. Ziel des Kurses, der bis im Juni 2014 dauert und mit einer Fachprüfung abgeschlossen werden kann, ist es, die Brut- und Gastvogelarten zu erkennen, die in der Schweiz regelmässig auftreten. Dazu gehört auch, die häufigsten Arten nach ihren Gesängen und Rufen sicher zu bestimmen. Natürlich weiss dann der Spezialist über die Lebensräume der Vögel Bescheid.

Weitere Informationen: www.vogelschutz-tg.ch
Renato Winteler (052 202 74 55) und Mathis Müller (Tel. 052 765 28 20)

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.