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Kirchgemeinde will in Stadthaus-Planung mit einbezogen werden

Kreuzlingen – An der Kirchgemeindeversammlung vom Mittwoch wurde die neue Kirchenpflegerin gewählt und das Budget 2013 bei gleichbleibendem Steuerfuss angenommen. Ausserdem wurde die Kirchenvorsteherschaft dazu aufgefordert, sich dafür einzusetzen, bei der Stadthausplanung mit ins Boot geholt zu werden.

Kreuzlingen. Bekanntlich darf der Bärenplatz laut Eidgenössischer Kommission für Denkmalpflege (EKD) jetzt doch bebaut werden und soll neuer Standort für das Stadthaus werden. In die Planung mit einbezogen werden will die katholische Kirchgemeinde. Dies war den Wortmeldungen unter dem Traktandum «Mitteilungen und Umfrage» an der Gemeindeversammlung am Mittwochabend zu entnehmen.

Umgebungsschutz gewährleisten
Die Kirchenvorsteherschaft solle sich zwecks Mitspracherecht beim Stadtrat melden, forderte Urban Büchel. Er wollte wissen, ob die Vorsteherschaft diesbezüglich von der Stadt bereits konsultiert wurde, und wie die Haltung zum Thema sei. Denn: «So wie es aussieht, opfert man den Umgebungsschutz der Kirche St. Ulrich», ärgerte sich der ehemalige Chef der Technischen Betriebe. «Für mich unverständlich.» An die 81 Stimmbürgerinnen und Stimmbürger im Ulrichs-Saal gewandt sagte er: «Als Eigentümer geht es um unsere Meinung. Ich will das Stadthaus nicht verhindern, aber der Umgebungsschutz des Denkmals von nationaler Bedeutung muss gewährleistet sein.» Vorsteherschaftspräsident Thomas Gisler versicherte, dass er Kontakt mit dem Stadtrat aufnehmen werde.

Sparwille gefordert
Das Budget 2013 mit einem Vorschlag von 6070 Franken bei einem Aufwand von 3822870 Franken wurde grossmehrheitlich angenommen. Der Steuerfuss bleibt unverändert bei  17 Prozent. Eine Senkung sei angesichts kommender Projekte wie der Erneuerung der Akustikanlage der Kirche St. Stefan und anderen nicht angezigt, sagte Franz Flammer an dieser, seiner letzten Versammlung als Kirchenpfleger. Stimmen zum Budget: Nach der Abstimmung mahnten zwei Herren zu grösserem Sparwillen in der Zukunft.

Mit 74 Ja-Stimmen wurde Cornelia Eisenberg-Helg zur neuen Kirchenpflegerin gewählt . Die verheiratete Mutter von drei Kindern wird ihr Amt voraussichtlich am 1. Januar 2013 antreten. Franz Flammer wurde gebührend verabschiedet und für seine langjährige ausserordentlich gute und zuverlässige Arbeit verdankt. Ebenfalls verabschiedet und bedankt wurde die Gemeindesekräterin von St. Stefan, Anita Schläpfer.

Streit beigelegt
Endgültig beigelegt ist auch der Zwist zwischen Kirchenvorsteherschaft und zwei ehemaligen Mitarbeiterinnen (wir berichteten). Thomas Gisler verlas eine Erklärung, die beide Parteien unterschrieben haben. Weiter werde sich die Kirchenvorstehrschaft zum Fall in der Öffentlichkeit nicht äussern, schloss Gisler. Zuvor war das Protokoll der Versammlung vom vergangenen Juni einstimmig angenommen worden. Dieses präsentierte sich von dissonanten Tönen bereinigt.   

Nachgefragt
Stadtammann Andreas Netzle zeigt für das Anliegen der Kirchbürger offene Ohren: «Die EKD, die für den Schutz des Objekts St. Ulrich zuständig ist, hat von sich aus den Standort Bärenplatz (Ecke Hauptstrasse-Pestalozzistrasse) zur Bebauung freigegeben. Somit ist die Bebaubarkeit an diesem Ort planungsrechtlich gesichert. Mit dem Entscheid des Gemeinderats beginnt jetzt die Phase der konkreten Planung, d.h. der Architekturwettbewerb und die Projektierung. Diese erfolgen in Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege, die weiterhin für einen angemessenen Umgebungsschutz von St. Ulrich Rechnung trägt und somit das gleiche Interesse hat wie die Kirchgemeinde. Wir haben vorgesehen, dass auch die Kirchenbehörde in der Wettbewerbs-Jury vertreten ist. Umgebungsschutz bedeutet aber nicht Freihaltung. Deshalb konnten das Dreispitz Sport- und Kulturzentrum sowie die Neubauten der PH, die alle im Perimeter des Umgebungsschutzes sind, gebaut werden.»

 

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