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Zehn Coachs diplomiert: «Beratung und Begleitung»

Arbon – Neun Katechetinnen und ein Katechet, schlossen in Arbon den Ausbildungskurs «Beratung und Begleitung» ab. Der eineinhalbjährige Kurs wurde bereits zum drittenmal ökumenisch geführt.

Diplomierung von zehn Coachs: «Beratung und Begleitung»
Im Rahmen der Katechetik-Ausbildung aber auch nach Ausbildungsabschluss, können Religionsunterrichtende auf professionelle Unterstützung zählen. Sechs evangelische und vier katholische Kursteilnehmende haben im Kurs «Beratung und Begleitung» die dazu erforderliche Fachkompetenz erworben. Alle Teilnehmenden haben langjährige Praxiserfahrung und kennen die lebendige Wechselbeziehung zwischen Jugendlichen und Lehrkräften im Religionsunterricht. Sie wissen auch, dass diese Interaktion starkes persönliches Engagement, hohe Belastbarkeit und viel Einfühlungsvermögen erfordert. Darum bieten die beiden Thurgauer Landeskirchen Begleitung für katechetisch Tätige an.
 
Intervision als bereichernde Erfahrung
Jmerio Pianari war einziger männlicher Teilnehmer: «Ich bin mir das von anderen Ausbildungen gewohnt», lacht er. Pianari ist seit sieben Jahren Katechet. Die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern habe ihm «den Ärmel reingezogen». Er hat besonders profitiert von den Intensivwochenenden und Übungen zur Intervision: «Gerne erinnere ich mich daran, wie ich als Moderator zum ersten Mal eine Intervision leiten konnte. Die Gruppe fand eine Lösung für das Problem, und alle sind dankbar heimgegangen – für mich eine höchst motivierende Erfahrung.» Insgesamt sei das Gruppengefüge wertvoll gewesen: «Wir brachten einander viel an Respekt und Achtsamkeit entgegen.»
 
Karin Steinbacher erinnert sich an ihren Berufsanfang vor acht Jahren: «Da war es sehr hilfreich, eine Begleitperson zu haben. Denn theoretisches Wissen und Praxis sind zwei Paar Schuhe.» Man denke als Religionslehrerin oft, man sei an allem selbst schuld, doch: «Schon eine Fliege kann den Unterricht massgeblich stören.» Und oft seien kleine Korrekturen äusserst wertvoll. Diese Erfahrung motivierte die katholische Katechetin den Kurs «Beratung und Begleitung», zu belegen, der ihr das nötige Rüstzeug vermittelte, nun selbst andere Religionslehrer professionell begleiten zu können. Beeindruckt war Steinbacher vom Thema «Gewaltfreie Kommunikation». Das Schönste seien für sie jedoch die Schulbesuche mit der Übung von Beratungsgesprächen in Dreiergruppen gewesen. «Das brachte mir selbst auch wieder Motivation für meine eigenen Lektionen», so Steinbacher. Allerdings gebe es irgendwann auch ein Zuviel an Reflexion: «sonst verliert die Lektion an Leben».
 
Alle 14 Tage fanden Ausbildungsabende, zweimal Intensivwochenenden statt. Alfred Stumpf, vom Amt für Katechetik der Evangelischen Landeskirche Thurgau und Stefan Fischer von der Fachstelle Katechese der Katholischen Landeskirche Thurgau leiteten den Kurs, der bereits zum drittenmal ökumenisch verantwortet war und mit der Diplomfeier vom 24. November in Arbon seinen Abschluss fand. Die Ausbildung berechtigt nach evangelischer Praxis auch zur Leitung von Intervision in Erfa-Gruppen, dies im Auftrag der Katechetischen Kommission der Evangelischen Landeskirche Thurgau. Der begleitete Erfahrungsaustausch steht allen offen, die Religionsunterricht erteilen.
 

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