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Genossenschaft «Wohnen im Alter» bekommt Land im Baurecht gratis

Alterswilen – Diskussionslos genehmigten die Kemmentaler am Montagabend den Voranschlag 2013 bei gleichbleibendem Steuerfuss. Für das Projekt «Wohnen im Alter» werden 300000 Franken zum Landkauf bewilligt, Zonenplan und Baureglement geändert. Im Anschluss wurde das Projekt «Deponie Schlatt» vorgestellt.

Bild: Archiv

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Zügig führte Gemeindeammann Walter Marty durch die Traktanden. 96 StimmbürgerInnen waren trotz glatten Strassen und Schneefall der Einladung gefolgt. Zunächst wurde Zwischenbericht erstattet über die Investitionspläne Wasserwerk, ARA Kemmental und Elektrizitätswerk. Die neuen Tarife des Elektrizitätswerks Kemmental wurden einstimmig genehmigt (Im 2013 reduzieren sich diese um zwischen 3,9 und fünf Prozent; siehe www.kemmental.ch). Der Antrag, 145000 Franken für die Strassenbeleuchtung an der Alterswiler-, Kirch- und Dotnachterstrasse zu bewilligen, wurde einstimmig angenommen. Der Steuerfuss bleibt gleichbleibend bei 58 Prozent. Das Budget 2013 rechnet mit einer schwarzen Null bei einem Aufwand von 3778360 Franken. Es wurde ohne Diskussion und einstimmig bewilligt.

Nur jeweils zwei Gegenstimmen
Gemeinsam mit der gemeinnützigen Genossenschaft «Wohnen im Alter im Kemmental» will der Gemeinderat geeignete Wohnmöglichkeiten für Menschen in der zweiten Lebenshälfte schaffen. Diese sollen auf dem Gebiet «Blättler» entstehen. Dazu ist eine Zonenplanänderung auf den zur Bebauung vorgesehenen Parzellen Nr. 266 und 267 in Siegershausen nötig. Zusätzlich muss das Baureglement geändert werden. Die Stimmbürger genehmigten beide Begehren grossmehrheitlich mit jeweils zwei Gegenstimmen. Ebenso wurde die Zonenplanänderung «Schueppisagger» in Neuwilen auf den Parzellen 92 und 953 bewilligt.

Kritik am Quadratmeterpreis
Für das Projekt «Wohnen im Alter» beantragte der Gemeinderat 300000 Franken für den Landkauf von insgesamt rund 3000 m² der Parzellen Nr. 266 und Nr. 267 zu bewilligen und das Land der Genossenschaft «Wohnen im Alter» im Baurecht ohne Kostenfolge zur Verfügung zu stellen. Urs Blättler äusserte Kritik am in seinen Augen «exorbitanten Preis» von 31,60 Franken pro Quadratmeter Landwirtschaftsland. Walter Marty erklärte, dass dies eben der Preis ist, der zu zahlen sei. Kein anderes Land sei gefunden worden, dass ähnlich geeignet wäre für die geplante Überbauung. Auch der Kanton gebe grünes Licht, so Marty. Dies könne zum Präjusdiz-Fall werden, mahnte Blättler abschliessend. Mit 61 Ja- zu 15 Nein-Stimmen wurde der Geldbetrag, mit 76 Ja- zu vier Nein-Stimmen die Landabtretung genehmigt.

Philipp Althaus, Geschäftsführer der KIBAG Thurgau, stellte das geplante Projekt «Deponie Schlatt» vor. Bei Hugelshofen will das Unternehmen eine Deponie errichten, die rund 40000 m³ pro Jahr aufnehmen so, für eine Dauer von 25 Jahren. Das Material komme allein von der KIBAG und sei konsequent sauberes Aushubmaterial, betonte Althaus. Da es sich um eine natürliche Mulde handle, werde die Landschaft nicht bergig verändert und zudem nach Ablauf des Projekts renaturiert. Auch gebe es nur drei direkte Anwohner, die aber als Landbesitzer oder durch ein

Verwandschaftsverhältnis mit am Projekt beteiligt seien. Die Gemeinde werde Steuern einnehmen, Arbeitsplätze würden geschaffen und die Restauration von den ins Kemmental fahrenden Chauffeuren belebt, zählte Althaus weitere Vorteile auf. Die Lärmzunahme werde sich in Grenzen halten. Durchschnittlich 15 Lkws sollen nach Rechnung der KIBAG täglich zur Deponie rollen. Sie will ausserdem einen Fonds schaffen, mit dem beispielsweise ein Veloweg von Hugelshofen nach Alterwilen mitfinanziert und so die Sicherheit auf dem Schulweg erhöht werden kann, erklärte Althaus. Sollten Strassen durch Lastwagenverkehr zerstört werden, will die KIBAG zahlen, antwortete Althaus auf die Frage eines Anwesenden.

Kritik zum Projektbeschrieb kam von Urs Blättler: Die Zahl von 15 Lkws sei lächerlich. Angesichts kommender Strassenbauprojekte sei eher mit hundert zu rechnen, befand er. Das Kemmental verkomme zur Mülldeponie für den Thurgau. Ein Projekt, an dem nur fünf verdienen, die Lasten aber 2000 tragen müssen, kritisierte Blättler.

Kein Leinenzwang für Hunde
Neben Infos zum Spitex-Zusammenschluss Spitex Mittelthurgau und dem Hinweis auf eine Informationsveranstaltung zur Mehrzweckhalle Alterswilen gab es noch zwei Anträge: Mit knapper Mehrheit wurde dem Gemeinderat beantragt, er solle in Sachen Littering aktiv tätig werden. Ein Leinenzwang für Hunde in Wohngebieten wurde dagegen grossmehrheitlich (nur ein Ja) abgelehnt.

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