/// Rubrik: Stadtleben

2012: Minime Unfallzunahme auf Thurgauer Gewässern

Kreuzlingen – Die Seepolizei der Kantonspolizei Thurgau hat an einer Medienkonferenz am vergangenen Freitag eine durchschnittliche Bilanz der vergangenen Wassersportsaison gezogen. Während die Unfallzahlen auf dem Thurgauer Teil des Bodensees stabil blieben, gab es auf dem Hochrhein mehr Zwischenfälle zu verzeichnen.

(Bild: zvg).

(Bild: zvg).

Im Gegensatz zu 2011 musste im letzten Jahr ein Todesopfer bei einem Schiffsunfall verzeichnet werden. Eine 41-jährige Schlauchbootfahrerin konnte sich Anfang August nach einer Kollision mit einer Wiffe bei Diessenhofen nicht mehr ans Ufer retten. Die Zahl der Verletzten ist mit drei Personen allerdings deutlich tiefer (2011: 12). Dabei handelt es sich beispielsweise um einen unterkühlten Surfer, der aus Seenot gerettet werden musste. Ein Mann, der mit dem Fuss in eine Schiffsschraube geraten war, konnte vom Schiffsführer ans Ufer gebracht werden.

Die Gesamtzahl der Unfälle auf Bodensee und Hochrhein war letztes Jahr mit 23 leicht höher wie 2011 (21 Unfälle). Die Zunahme bei den Unfällen mit Schiffen (20 anstelle fünf) ergibt sich durch einen Wechsel bei der statistischen Erfassung, da losgerissene und geborgene Schiffe nicht mehr bei den «sonstigen» Unfällen gezählt werden. Insgesamt mussten 47 Personen aus Seenot gerettet werden. Die Schadenssumme aller Unfälle ist mit knapp 60‘000 Franken deutlich tiefer als im Jahr zuvor.

Neben dem tödlichen Unfall in Diessenhofen kam es auf dem Hochrhein noch zu weiteren Unfällen, bei denen Schiffe und Schlauchboote mit Wiffen kollidierten. Immer wieder unterschätzten Freizeitkapitäne die Kraft des Wassers und die Gefahren der Hindernisse und gerieten in brenzlige Situationen. Deshalb wird die Seepolizei der Kantonspolizei Thurgau mit regelmässigen Kontrollfahrten und Präventionsarbeit hier auch in der nächsten Saison einen Schwerpunkt setzen.

Mehr Wetterwarnungen, weniger Vermögensdelikte
Die Windwarnungen, gemeldet von der MeteoSchweiz in Zürich und dem Deutschen Wetterdienst in Stuttgart, stiegen gegenüber dem Vorjahr leicht an. So nahmen die von der Kantonalen Notrufzentrale im Polizeikommando Thurgau ausgelösten Wetterwarnungen für Starkwind und Sturm von 274 auf 303 Ereignisse zu. Die Trefferquote der Meteorologen war dabei hoch.

Bei den Vermögensdelikten gab es eine markante Abnahme zu verzeichnen. Zwei Schiffsmotoren wurden gestohlen, was einer Abnahme von elf Stück entspricht. Von den sieben als gestohlen gemeldeten Schiffen konnten vier wieder aufgefunden und an die Besitzer zurückgegeben werden.

Die Taucher der Seepolizei der Kantonspolizei Thurgau wurden 2012 zu 21 Einsätzen aufgeboten (2011: 15). Sie bargen beispielsweise Schiffe und Fahrzeuge und führten technische Kontrollen durch. Daneben bildeten sich die Polizeitaucher auch intensiv im Bereich der Flussrettung weiter.

Der Bodenseepegel bewegte sich schon im Frühjahr auf hohem Niveau und stieg im Frühsommer und Spätherbst in den oberen Bereich der langjährigen Aufzeichnungen. Total wurden 2045 Boote von den technischen Experten der Seepolizei/Schifffahrtskontrolle geprüft. 617 Personen legten die Bootstheorieprüfung ab, 745 wurden praktisch geprüft. Die ebenfalls zur Seepolizei gehörende Ölwehr verzeichnete keine nennenswerten Einsätze.

Gesamter See: Mehr Unfälle, weniger Verletzte
Auf dem gesamten Bodensee und dem Hochrheinabschnitt bis Schaffhausen ereigneten sich im Jahr 2012 insgesamt 171 Unfälle. Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies eine Zunahme um 15 Unfälle. Diese forderten 27 Verletzte (2011: 52) und zwölf Tote (sieben). Im vergangenen Jahr mussten 538 Personen gerettet werden (399), davon 180 von einem Fahrgastschiff welches wegen einem technischen Defekt manövrierunfähig war. Die Schadenssumme aller Unfälle beläuft sich auf rund 969’000 Euro, was gegenüber dem Vorjahr einer deutlichen Zunahme entspricht. Erfreulicherweise sind die Schäden bei Schiffsunfällen um 20 Prozent auf 417’000 Euro zurückgegangen.

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