/// Rubrik: Topaktuell

Verkehr bleibt problematisch

Konstanz/Kreuzlingen – Beim 3. Konstanzer Mobilitätsforum zum Thema «Grenzüberschreitender Verkehr» blieben mehr Fragen offen, als es Antworten gab. Rund 130 Besucher waren dabei, darunter auch eine Delegation aus Kreuzlingen.

Stadtrat Michael Dörflinger, Stadtammann Andreas Netzle und Stadtplaner Antonio Sarno (v.l.) beim Mobilitätsforum im Gespräch vertieft. (Bild: tm)

Stadtrat Michael Dörflinger, Stadtammann Andreas Netzle und Stadtplaner Antonio Sarno (v.l.) beim Mobilitätsforum im Gespräch vertieft. (Bild: tm)

Gemeinderatspräsident Christan Forster (Freie Liste/Rägäbogä) sorgte bei der weitgehend spannungsfreien Veranstaltung für die stärkste Gefühlsregung, beim abschliessenden Formulieren von Wünschen und Zielen zu Papier gebracht: «Die Konstanzer, die nach Kreuzlingen zügeln und jeden Tag wieder nach Konstanz fahren, sollen zu Hause bleiben. Es gibt in Kreuzlingen alles auch, was es in Konstanz gibt.» Damit konterte er den Vorwurf einer jungen Deutschen, die seit einigen Jahren in Kreuzlingen wohnt, dass neue Wohngebiete zu schlecht mit dem öffentlichen Verkehr erschlossen seien. Die Retourkutsche kam prompt und folgerichtig.

Ansonsten erfuhren die Gäste, davon etwa 20 aus Kreuzlingen, kaum Neues. Wer sich schnelle Lösungen auf die drängenden Verkehrsprobleme erhoffte, sah sich enttäuscht. Das ehrgeizige Agglomerationsprogramm wurde in beinahe epischer Breite vorgestellt, ebenso einige daraus abgeleitete Einzelmassnahmen im Verkehrsbereich, die sich jedoch zum Teil noch einige Jahre hinziehen werden.

So ist für Konstanz der seit Jahren geforderte Bahnhaltepunkt «Sternenplatz» trotz zahlreicher Unkenrufe noch nicht Geschichte. Baubürgermeister Kurt Werner bezeichnet ihn als eine der «Hauptmassnahmen, gerade auch für den grenzüberschreitenden öffentlichen Verkehr» und rechnet mit einer Förderung von vier bis fünf Millionen Euro. Werner setzt aber vor allem auf den Park and Ride-Platz nördlich der Schänzlebrücke. Hier sollen die Einkaufstouristen aus der Schweiz künftig parkieren, wenn in der Grenzbachstrasse und am Döbele nichts mehr geht. Bis Ostern werde am Schänzle die Parkkapazität von 200 auf 500 Plätze erhöht. Zudem ist von einem neuen Parkhaus am Zollhof die Rede, um bereits frühzeitig Autofahrer aus der Schweiz abzufangen.

Auffallend ist, dass die meisten Massnahmen in Konstanz geplant sind, wobei Kreuzlingen und die gesamte Nachbarschaft ebenfalls davon profitieren sollen. Das gesamte Budget des Agglomerationsprogramms von 222 Millionen Franken entfällt aber dennoch etwa zu gleichen Teilen auf die Schweiz und Deutschland.

Für Kreuzlingen stellte Stadtplaner Antonio Sarno einzelne Vorhaben vor, wie ein Parkhaus auf Klein Venedig oder die unterirdische Verlagerung der Parkplätze am Bärenplatz. Kreuzlingen werde zudem ein Park- und Fussgängerleitsystem nach Konstanzer Vorbild realisieren.  Stadtammann Andreas Netzle wies darauf hin, dass die «Fussgängerallee» am Hafen schöner gestaltet werde. Das Thema «Boulevard» wurde auf beiden Seiten übrigens nur am Rande erwähnt und sorgte für keinerlei Emotionen.

Geheimes Treffen
Insgesamt wiesen die Redner beider Städte immer wieder auf das «gute nachbarschaftliche Verhältnis» und das «gute Einvernehmen» hin, das zwischen den Verwaltungschefs herrsche. Netzle lobte regelmässige Vier-Augen-Gespräche zwischen ihm und dem Konstanzer Oberbürgermeister Uli Burchardt und kündigte einen gemeinsamen Spaziergang noch im März an, «dabei kommen einem die besten Ideen». Wann und wo soll aber geheim bleiben.

Die Ergebnisse und Wünsche der Mobilitätsforen werden jetzt von den beauftragten Planungsbüros ausgewertet und fliessen gegebenenfalls in den weiteren Planungsprozess ein.

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