/// Rubrik: Topaktuell

Prozess gegen Bahnhofsschläger eröffnet

Kreuzlingen – Fast vier Jahre nach der Tat begann heute der Prozess gegen zwei der drei als «Bahnhofsschläger» bekannten jungen Männer, welche im Mai 2009 grundlos und brutal über zwei Gleichaltrige herfielen. – Stefan Böker

Die Staatsanwaltschaft fordert fünf Jahre und sieben Monate wegen versuchter vorsätzlicher Tötung für den besonders Rücksichtslosen der Schläger. Der zweite Beschuldigte soll wegen versuchter schwerer Körperverletzung drei Jahre, davon mindestens sechs Monate unbedingt, erhalten.

Symboldbild.

Symboldbild.

Beide Täter gaben sich vor Gericht betont reuevoll, erklärten aber auch, wie sehr sie unter dem Medienrummel leiden mussten, der durch die Veröffentlichung des zur Fahndung benutzten Überwachungsvideos entstanden war. Der heute 24-Jährige habe fast seinen ganzen Freundeskreis verloren, musste den Job wechseln, erzählt er beinahe schluchzend. «Alle haben mich auf dem Video erkannt.» Sein 22-jähriger Mitangeklagter sagt: «Ich habe das Glück gehabt, dass meine Kollegen zu mir gestanden sind.» Dafür habe er Morddrohungen erhalten. «Ich hätte denen gerne gezeigt, dass ich nicht so einer bin», sagt er mit stockender Stimme.

«Lebenslänglichen Pranger im Internet» nannte dies Verteidiger Stefan Wenger, «eine Strafe aus dem Mittelalter.» Aufgrund dessen und der überlangen Verfahrensdauer beantragte er für seinen Mandanten Strafmilderung und forderte 22 Monate Haft bedingt bei einer Probezeit von zwei Jahren.

Ein noch milderes Urteil forderte die Verteidigung des jüngeren Angeklagten: eine bedingte Geldstrafe von 180 Tagessätzen. 

Heute Abend um 17 Uhr wird das Urteil verkündet.

Lesen Sie mehr in der Printausgabe der KreuzlingerZeitung am Freitag.

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One thought on “Prozess gegen Bahnhofsschläger eröffnet

  1. Vo-Van Renė

    Ist doch typisch für alle diese Schläger. Wenns ans eigene Leder geht, können sie sich nicht mehr erinnern. Haben sich gebessert und betteln wie kleine Kinder um Gnade.
    Was aber ist mit den Opfern? Wie verkraften sie es? Wer hilft ihnen diese Tat zu sühnen?
    Eine gerechte und harte Strafe ist vonnöten, damit andere Täter Abstand nehmen und vielleicht vorher nachdenken.

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