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Wenn’s beisst im Mund

Mundhygiene – Entzündungen des Mund- und Rachenraums sind eine unangenehme und oft auch schmerzhafte Angelegenheit. Manchmal heilen sie ohne allzu grosses eigenes Zutun ab, meist ist aber eine Behandlung erforderlich. Die Ursachen hierfür sind hingegen vielschichtig.

Zahnärztin Dr. Elisabet Larsson Del Console von der HTC-Zahnklinik in Tägerwilen setzt beim Thema Mund- und Zahnhygiene auf Prophylaxe. (Bild: Thomas Martens)

Zahnärztin Dr. Elisabet Larsson Del Console von der HTC-Zahnklinik in Tägerwilen setzt beim Thema Mund- und Zahnhygiene auf Prophylaxe. (Bild: Thomas Martens)

«Häufigste Ursache von Zahnfleisch- oder Mundschleimhautentzündungen sind mangelnde Mundhygiene und Karies», sagt Elisabet Larsson Del Console, Zahnärztin in der HTC Zahnklinik, Tägerwilen. Mundhöhle und Rachen sind mit einer Schleimhaut ausgekleidet, auf der unzählige Mikroorganismen leben. Bei den meisten handelt es sich um harmlose und nützliche Bakterien, manche sind aber potenzielle Krankheitserreger. Auf und nahe den Zähnen kommen vor allem solche Bakterien vor, die Zucker zu Säure abbauen. Diese entziehen der Zahnsubstanz die Mineralien und verursachen dadurch Zahnschäden (Karies). Dabei leidet häufig auch das Zahnfleisch.

Bakterien wie Actinobacillus und Porphyromonas gingivalis verursachen häufig Zahnfleischentzündungen. Zu finden sind sie vor allem in den Spalten zwischen Zahn und Zahnfleisch, wenn dort Nahrungsmittelreste und Zahnstein vorhanden sind. Ihre Stoffwechselprodukte schädigen die Schleimhaut und das darunterliegende Gewebe und führen so zu Schwellungen, Rötungen und Blutungen. Langfristig können Zahnfleisch und Knochen schweren Schaden nehmen, wodurch sich die Zähne lockern können – eine Parodontitis ist eingetreten.

Frühzeitige und richtige Behandlung
Elisabet Larsson Del Console promovierte 2008 an der Universität Zürich zum Thema «Wurzelbehandlungen». Seit dem Jahr ist sie mit ihrem Vater Jan Larsson und zwei weiteren Kollegen in einer Gemeinschaftspraxis in der HTC Zahnklinik tätig. Für die Dentistin sind Entzündungen des Mund- und Rachenraumes meistens keine schlimme Sache, vorausgesetzt sie werden richtig und rechtzeitig behandelt. Dafür bietet die Pharmaindustrie genügend wirksame Präparate, die Patienten auch leicht selbst anwenden können.

Ihr liegt vielmehr die Prophylaxe am Herzen: «Einmal im Jahr zur Kontrolle und professionellen Zahnreinigung hält hohe Kosten weg», lautet ihr Credo. Die tägliche und gründliche Mundhygiene ist dabei unabdingbar. Regelmässiges Zähneputzen – mindestens zwei Mal am Tag – mit einer fluoridhaltigen Zahnpasta und einer einfachen Zahnbürste mit weichen Borsten sowie die Zahnzwischenraumpflege sei die Grundvoraussetzung für ein gesundes Gebiss bis ins hohe Alter. «Ich empfehle eine Zahnbürste mit kleinem Kopf und flachen Borsten, damit erreicht man auch die hintersten Winkel im Mundraum», so Elisabet Larsson Del Console.

Nach dem Zähneputzen am besten nicht mit Wasser nachspülen, denn so wasche man die Zahnpasta und damit das Fluorid aus. Und noch einen Tipp hat die Zahnärztin parat: «Wer tagsüber keine Gelegenheit zum Zähneputzen hat, kann Mundspülungen benutzen.» So werden die meisten Bakterien bereits bekämpft und den Zähnen zudem Fluorid zugefügt.

Wer mag, kann sich auch einen speziellen Zungenschaber zulegen, mit dessen Hilfe Bakterien, Krankheitserreger und Mundgeruch von der Zunge entfernt werden können. «Was viele nicht wissen, die Zunge ist wie eine Kraterlandschaft, auf der sich ebenfalls zahlreiche Bakterien wohlfühlen», verdeutlicht die Zahnärztin. Zu haben sind Zungenschaber in Apotheken, Drogerien und bei Zahnärzten. Letztlich sind sie es auch, die ihren Patienten mit Rat und Tat zur Seite stehen. Für Elisabet Larsson Del Console ist klar: «Wir können nur informieren, umsetzen muss es dann aber jeder selbst.»

Aphten – die unbekannten Wesen
Entzündungen und Schmerzen werden aber nicht immer von Bakterien, Pilzen oder Viren hervorgerufen, sondern auch von Aphten. Dabei handelt es sich um nicht infektiöse Geschwüre, die sich linsengross und oberflächlich auf der Mundschleimhaut befinden. Oft sind sie von einem roten, entzündlichen Rand umgeben. Sie kommen am Mundboden, seitlich und unten an der Zunge sowie an der Innenseite der Lippen vor. Aphten sind sehr schmerzhaft und können Essen und Sprechen ziemlich beeinträchigen. Nach einigen Tagen heilen sie meist narbenlos ab. Was genau diese Geschwüre auslöst, ist bislang unbekannt. Angenommen werden erbliche Veranlagung, Durchblutungsstörungen der Schleimhaut sowie ein Mangel an Vitamin B12 oder Eisen.

Zudem können scharfkantige, harte Speisen und heisse Getränke die Mundschleimhaut verletzen. Auch wenn man sich beim Kauen auf die Lippe oder in die Innenseite der Wange beisst, entstehen Verletzungen, die sich entzünden können. Aber auch für diese Leiden gibt es entsprechende Mittelchen, die Linderung versprechen.

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