/// Rubrik: Stadtleben

Bei Klemenz Somm geht’s um die Wurst

Kreuzlingen – Der jüngste Lebensmittelskandal mit Pferdefleisch führt es wieder einmal eindrucksvoll vor Augen – Verbraucher wissen oft nicht, was bei ihnen tatsächlich auf den Tisch kommt. Wer allerdings beim Metzger seines Vertrauens einkauft, ist auf der sicheren Seite. So wie beim Schrofenhof oberhalb von Kreuzlingen, der seit vergangenem Jahr auch Würste produziert.

Für Inhaber Klemenz Somm ist gutes Fleisch nicht nur Geschäftsprinzip, sondern Lebensphilosophie. Der Landwirt und Metzger produziert Weidebeef auf dem eigenen Hof und kauft darüber hinaus bei einem Dutzend nahegelegenen Landwirten, die sich einer artgerechten und naturnahen Tierhaltung verschrieben haben: «Unsere Tiere haben Zeit zum Wachsen und können daher bestes Fleisch herausbilden», sagt der 45-Jährige, der 1998 den Hof von seinem Vater Bruno übernommen hatte.

Landwirt und Metzger Klemens Somm stellt auf seinem Schrofenhof seit vergangenem Jahr auch Würste her. (Bild: Thomas Martens)

Landwirt und Metzger Klemens Somm stellt auf seinem Schrofenhof seit vergangenem Jahr auch Würste her. (Bild: Thomas Martens)

Hochmoderne Produktion
Ganz besonders stolz ist Klemenz Somm auf seine hochmodernen Produktionsanlagen, die er 2012 um neue Wurstmaschinen ergänzt hatte: «Meine Kunden freuen sich, dass in Kreuzlingen endlich wieder Würste hergestellt werden», sagt er.

Insgesamt zehn verschiedene Wurstsorten sind im Hofladen zu haben, allen voran die Kalbsbratwurst und die Salsiccia, eine feinwürzige Bauernbratwurst. Diese basiert mit ihrer gröberen Struktur auf Schweinefleisch und Halsspeck sowie einer exakt austarierten Gewürzmischung nach Hausrezept. Unter anderem sind Kümmel, weisser Pfeffer und Muskat mit dabei. «Man muss auch einfach mal experimentieren, um auf den richtigen Geschmack zu kommen», erklärt der leidenschaftliche Metzger, der in seinem Betrieb mit 12 Mitarbeitern auf Regionalität setzt.

Während anderswo die Tiere in grossen Beständen und teilweise schlechten Bedingungen gehalten werden, bezieht Klemenz Somm von Bauern aus der Region und lässt in Frauenfeld schlachten. Zerteilt und veredelt wird dann im eigenen Betrieb, denn das ist eine seiner Strategien. Die andere ist, dass er nicht mehr für den Grosshandel produziert, sondern direkt an die Gastronomie oder im Hofladen an die End­konsumenten verkauft.

Klemenz Somm hat ein Einzugsgebiet, das weit über Kreuzlingen hinaus reicht. Der Erfolg scheint ihm Recht zu geben: «Mein Geschäft läuft prächtig.» Und stets ist der fleissige Unternehmer auf der Suche nach neuen Herausforderungen und Innovationen, denn im Gegensatz zum trägen Grosshandel ist er bei der Befriedigung von Kundenwünschen flexibler und kann sich auf wechselnde Bedürfnisse schneller ausrichten. Ein wesentlicher Vorteil, den Kleinbetriebe gegenüber grossen Unternehmen haben.

Ganz genau hinschauen
Klemenz Somm appelliert an das Verantwortungsbewusstsein bei Herstellern, aber auch Verbrauchern. Diese sollten beim Kauf ganz genau hinschauen und ruhig auch mal kritisch nachfragen, sich aber vor allem nicht alles andrehen lassen und nicht nur auf den Preis schauen. In der Lebensmittelherstellung wird immer mehr zentralisiert und industriealisiert. «Das Qualitätsbewusstsein fällt dabei oft dem Margendruck von Grosshandelsketten und Discountern zum Opfer», sagt Somm.

Auf seinem Schrofenhof geht er deshalb bewusst andere Wege: Naturnahe Landwirtschaft, Lebensmittelverarbeitung und Vermarktung gehen hier Hand in Hand. «Wir sind konkurrenzfähig, weil wir die ganze Wertschöpfungskette selbst abdecken», begründet Somm seine günstigen Preise. «Schrofen hausgemacht« heisst das neue Gütesiegel dazu, welches Qualität, Preis und Einkaufserlebnis vereint.

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