/// Rubrik: Topaktuell

Quartiervereine setzen ein Lebenszeichen

Kreuzlingen – An der kommenden GEWA werden sich alle vier Quartiervereine der Öffentlichkeit an einem gemeinsamen Stand präsentieren. Auch für Egelshofen das Schwergewicht im Jahresprogramm. (Text: Kurt Peter)

Mitgliederwerbung ist in den Quartiervereinen ein Dauerbrenner. Dieses Jahr wird die GEWA als Plattform genutzt und ein gemeinsamer Stand der vier Quartiervereine und der Stadt Kreuzlingen wird dafür sorgen, dass viele Messebesucher die Möglichkeit zur Information erhalten.

Gemeinsam an der GEWA sind die vier Quartiervereine (v.l.): Martin Müller (Kurzrickenbach), Margrit Gubler (Emmishofen), Rainer Keller (Egelshofen) und Ueli Bührer (Bodan). (Bild: Kurt Peter)

Gemeinsam an der GEWA sind die vier Quartiervereine (v.l.): Martin Müller (Kurzrickenbach), Margrit Gubler (Emmishofen), Rainer Keller (Egelshofen) und Ueli Bührer (Bodan). (Bild: Kurt Peter)

Anlässlich der Jahresversammlung des Quartiervereins Egelshofen setzte Präsident Rainer Keller grosse Hoffnungen in die Aktion. Ein zehn mal sechs Meter grosses Luftbild von Kreuzlingen, fixiert auf strapazierfähigem Material, wird wie ein Teppich auf dem Standboden ausgelegt. Die Stadt selbst wird mit einem Ausschnitt aus dem Modell präsent sein. Gezeigt werden die vier Xentrum-Projekte Schwimmhalle, Verwaltung, Tiefgarage und Stadtpark. «Diese einmalige Werbung in eigener Sache müssen wir nutzen und ein markantes Lebenszeichen setzen», erklärte Keller. Er rief zur regen Mitarbeit der Vereinsmitglieder an der GEWA auf.

Zu Beginn der Versammlung ging Rainer Keller in seinem Bericht auf das vergangene Jahr ein. Die Entwicklung in der Stadt machte er an den Xentrum-Projekten fest. Der Schwung, von dem er vor einem Jahr berichtet habe, sei wohl nicht mehr da: «Die Projekte scheinen gehörig ins Stocken geraten zu sein und man fragt sich zu recht, wie die gesteckten Ziele jemals erreicht werden sollen», stellte er fest.

Die Begeisterung des Stadtrates für den neuen Standort der Verwaltung auf dem Bärenplatz werde nicht von vielen Einwohnern geteilt. Denn, meinte Keller, «direkt am Bärenkreisel scheint ein Verwaltungsgebäude sehr auffällig, ja allenfalls gar deplatziert zu sein». Probleme sieht der Präsident auch bei der Schwimmhalle. Der knapp bemessene Platz zwischen Schulhaus und Wohnhäusern mache eine Umgebungsgestaltung schwierig und den Baugrund schätze er als problematisch ein.

Boulevard ist ein heikles Thema
Als unerklärlich bezeichnete Keller das Vorgehen des Stadtrates in Sachen Boulevard. Das Thema sei bekanntlich heikel und werde kontrovers diskutiert. Wenn die Verantwortlichen selbst nicht mehr an eine Lösung glaubten, dann seien die vorgelegten Konzeptkorrekturen unerklärbar. Er jedenfalls habe das planlose Herumschieben des immer stärker werdenden Verkehrs im Stadtzentrum satt.
Die anschliessend von Kassierin Margrit Baumgartner präsentierte Rechnung schloss bei einem Aufwand von 5135 Franken und einem Ertrag von 6060 Franken mit einem Überschuss von 925 Franken. Die Rechnung wurde ebenso diskussionslos genehmigt wie die neuen Statuten. Die anfallenden Wahlen bestätigten den Vorstand in seiner aktuellen Zusammensetzung.

Wein hatte grosse Bedeutung
Im Anschluss an die Versammlung ging Georg Strasser in seinem Referat auf die ehemalige Bedeutung des Weinbaus für Kreuzlingen ein. Erstaunlich dabei: «Im Jahr 1850 lebte die Hälfte der Egelshofer vom Wein», erklärte er. Damals gab es 1,2 Millionen Rebstöcke im ganzen Dorf verteilt. Noch heute zeigen zahlreiche Strassen- und Restaurant-Namen die einstige Bedeutung des Weinbaus. Dieser kam mit dem Bau der Eisenbahn und der Industrialisierung zum Erliegen, dazu kamen Missernten und Krankheiten. 1938 wurden die letzten Reben ausgerissen. Erst vor rund 25 Jahren wurde mit dem «Bernrainer Sternegucker» bei der Sternwarte ein zaghafter Wiedereinstieg in den Kreuzlinger Rebbau gewagt.

Share Button

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.