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Regierungswechsel an der PMS

Kreuzlingen – Die Schülerschaft der Pädagogischen Maturitätsschule Kreuzlingen hat einen neuen Präsidenten gewählt.

Eine einzigartige Tradition ist an der PMS lebendig. Seit rund 90 Jahren gibt es hier eine offizielle Schülerregierung. Schon Ende der zwanziger Jahre wählten die Schüler des damaligen Lehrerseminars Repräsentanten, die sie gegenüber der Schulleitung vertreten sollten – ein Novum im Thurgau. Seit dieser Zeit sind die Aufgaben der Schülerregierung immer weiter gewachsen. Heute wählt die Generalversammlung aller Schüler die fünfköpfige Regierung, die in Zusammenarbeit mit dem Schülerparlament die Geschäfte der Schüler führt.

Der alte und der neue Präsident. (Bild: zvg)

Der alte und der neue Präsident. (Bild: zvg)

Grosses Budget
«Weil jeder Schüler pro Jahr einen Beitrag von 40 Franken einzahlt, verfügen wir über ein Budget von rund 20000 Franken, mit dem wir Dienstleitungen anbieten und Veranstaltungen finanzieren können», so der scheidende Präsident Simon-Dominique Wäckerlin zu dem Aufgaben der Regierung. «Wichtig ist auch die Teilnahme am Lehrer-Konvent. Wir Schüler haben nämlich dort schon seit 1968 ein Stimmrecht.» Die Sitzungen waren für ihn nicht etwa eine langweilige Pflichtübung: «Es ist interessant zu erleben, wie die Schule im Hintergrund funktioniert.»

Selbstverständlich werden die Verantwortlichen demokratisch gewählt. Bei der Generalversammlung aller Schüler wurde jetzt Micha Forster zum Nachfolger Simon-Dominiques bestimmt. Anders als konventionelle Politiker musste der Zweitklässler vor der Wahl kein Regierungsprogramm vorlegen – es reichte, dass er sich zur Verfügung gestellt hat. Sein Vorgänger wird ihm im Amtsjahr als Vize-Präsident zur Seite stehen. «Es wird schon klappen», meint Micha optimistisch. Sein Klassenlehrer habe ihn allerdings zum Spass aufgezogen: «’Jetzt geht die Schule unter’, hat er gesagt», so der neue Präsident. Er muss sich noch daran gewöhnen nun der bekannteste Schüler der PMS zu sein.

50 haben ein Amt
Neben Micha Forster fanden sich rund 50 Jugendliche, die alle ein Ämtli übernahmen. Es gibt Postboten, Fundbüro-Verantwortliche, Obst-Verteiler, Bühnenarbeiter, Schreibwaren-Verkäufer, Verantwortliche für die Cafeteria, für das Lesezimmer, den Jazzkeller, das Fernsehzimmer, den Computerraum, das Fotolabor und Verwalter des PMS eigenen Ruderboots. Ein ganzes Team kümmert sich um Veranstaltungen an der Schule. Konzerte, Filmnächte und der grosse Ball wären ohne Engagement der Schüler nicht denkbar.

Neben diesem praktischen Nutzen hat die Schülerregierung für den Ex-Präsidenten in der Rückschau vor allem ideellen Wert: «Wir Schüler werden hier an der PMS ernstgenommen», sagt er. «Das Stimmrecht im Konvent bedeutet nicht anderes, als dass unsere Meinung der Schulleitung und den Lehrern wirklich wichtig ist.»

Prorektor Georg Leumann stimmt dem zu. Ausserdem sieht er in der Beteiligung der Schüler einen pädagogischen Wert: «Schüler lernen in den Institutionen der Regierung Verantwortung zu übernehmen. Und es ist schön zu sehen, dass die Schüler das Leben an der Schule aktiv selbst gestalten, statt es nur passiv zu konsumieren.»

 

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