/// Rubrik: Kultur

Rammstein klingt a cappella besser

Tägerwilen – Der Chor Tägerwilen präsentierte in der evangelischen Kirche sein Können erstmals ohne instrumentale Begleitung. Dabei schreckte er auch vor ganz harten Tönen nicht zurück. Die Aufführung findet am 22. und 24. März in Altnau und Weinfelden nochmals statt. (Text: Daniela Ebinger)

(Bild: zvg)

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Ganz im brasilianischen Stil eröffnete der Chor Tägerwilen mit dem Stück «mas que nada» von Sérgio Mendes sein Konzert in der evangelischen Kirche. Die Sängerinnen und Sänger verzichteten dieses Mal ganz auf instrumentale Begleitung. Mit Stimme und ganzem Körpereinsatz sangen sie fetzig-rassige Jazz-Stücke, verträumt-romantischen Austria-Pop bis hin zu harter Rockmusik. Dabei wirkte das Stück «Engel» von der Gruppe Ramstein lange nicht so finster wie von den Deutschen Hardrockern selbst gesungen. «Wir wollen aber durchaus hysterisch wirken», sagt die Dirigentin Claudia Hugentobler. Und so blickten die Sängerinnen und Sänger beim Singen vergrämt, mit gesenktem Haupt und ernsten Mienen. Ihre Stimmen wirkten aber dennoch hell und klar. Durch das vielfältige Programm führte humorvoll Raphael Tanner. Er ist ein ehemaliger Musikschüler der Chor-Dirigentin Claudia Hugentobler.

Singen bedeutet Lebensfreude
Seit Oktober übt der Chor sein Programm. Obwohl Sänger Jérôme Desax bereits seit zwölf Jahren singt, empfand er es als eine grosse Herausforderung. «Die Proben waren intensiv, aber es hat grossen Spass gemacht», sagt der 27-Jährige. Er sang mit Flavia Menzi abwechselnd im solo «love is a flame» des Interpreten what 4. Der Älteste im Chor ist Sepp Teuber. Der Mann aus Schönenbaumgarten singt seit 50 Jahren. «Singen ist für mich Erholung und Lebensfreude», sagt der 75-Jährige. Der kleine Paul Keno ist von der Kirchenbank aus fleissig mit dabei. Seine Mutter singt im Chor mit. «Ich bin stolz auf sie und es tönt so schön in der Kirche», sagte der Junge aus Tägerwilen.

Programm begeisterte Publikum
«Bei Claudia Hugentobler muss es einfach fegen», sagt Besucher Alfred Egli. Das Programm «mit ohni musig» passe genau zum Stil der Dirigentin. «Es ist erstaunlich, was sie aus den Sängerinnen und Sängern alles herausbringt», sagt der 91-jährige Mann aus Frauenfeld. Er singt in Frauenfeld bei einem Chor den Hugentobler ebenfalls dirigiert. Petra Dütsch hörte den Chor schon einige Male und ist vom Programm begeistert. «Das Stück «Hit the road, Jack» fand ich sehr poppig und einfallsreich präsentiert», sagt die Frau aus Tägerwilen. Mit grossem Applaus und Standing Ovation forderte das Publikum zum Schluss eine doppelte Zugabe.

Am 22. März führt der Chor ihr A-Cappella-Konzert in der evangelischen Kirche in Altnau um 20 Uhr, sowie am 24. März in der evangelischen Kirche in Weinfelden um 17.15 Uhr nochmals auf.

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