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Der Bodensee – ein weltweites Vorbild

Kantonales – Der diesjährige Weltwassertag (22. März) stand unter dem Motto «Wasser und Zusammenarbeit» – und auch das gesamte Jahr 2013 ist von den Vereinten Nationen zum Internationalen Jahr der Wasserkooperation ausgerufen worden. Für den Bodensee trifft dieses Motto in ganz besonderer Weise zu: In der Vergangenheit konnte die hohe Qualität dieser wichtigen Trinkwasserressource nur deshalb erhalten werden, weil die anliegenden Staaten, Länder und Kantone eng zusammengearbeitet haben.

Der Bodensee hat eine sehr gute Wasserqualität. (Bild: archiv)

Der Bodensee hat eine sehr gute Wasserqualität. (Bild: archiv)

Dank der enormen Anstrengungen – für mehrere Milliarden Euro wurden im gesamten Einzugsgebiet Kläranlagen gebaut und andere Massnahmen durchgeführt – ist der See heute wieder so sauber wie Anfang der 1950er Jahre.

Daher hat der Bodensee trotz des enormen Wachstums von Bevölkerung und Industrie sowie der Intensivierung der Landwirtschaft seine Trinkwasserqualität bewahrt: Wenn die Wissenschaftler des Instituts für Seenforschung im Zuge ihrer regelmässigen Kontrolluntersuchungen Wasser aus der Tiefe des Sees holen, dann kann man dieses aus chemischer und physikalischer Sicht bedenkenlos direkt vor Ort trinken – ein Tatsache, die bei Wasserexperten aus aller Welt immer wieder für Erstaunen und Bewunderung sorgt.

IGKB wacht über Wasserqualität
Einen wesentlichen Anteil an dieser erfreulichen Entwicklung hat die Internationale Gewässerschutzkommission für den Bodensee (IGKB). Seit ihrer Gründung im Jahr 1959 wacht sie über den Zustand des Sees, lässt Ursachen für Belastungen erforschen und empfiehlt den Mitgliedstaaten koordinierte Gegenmassnahmen. In der ganzen Zeit hat in die internationale Zusammenarbeit am Bodensee stets hervorragend funktioniert. Die Tatsache, dass auf diese Weise die drohenden Gefahren durch die übermässige Anreicherung von Nährstoffen abgewendet werden konnten, zeigt dies besonders deutlich. Damit ist der See ein eindrucksvolles Beispiel, wie durch internationale Zusammenarbeit die Qualität von Trinkwasserressourcen erhalten werden kann.

Hohen Standard bewahren
Allerdings gilt es nun, diesen hohen Standard auch in Zukunft zu bewahren. Daher beobachtet die IGKB alle Entwicklungen, die dem See gefährlich werden könnten. Besonderes Augenmerk richtet die internationale Staatengemeinschaft dabei seit einiger Zeit auf die Mikroverunreinigungen, die in Form von Pflanzenschutzmitteln, Industriechemikalien und Medikamenten sowie deren Abbauprodukte über die Zuflüsse in den See gelangen. Zwar sind die Konzentrationen äusserst niedrig, so dass keine Gefahr für das Trinkwasser besteht. Doch einige dieser Stoffe können offenbar selbst in niedrigsten Konzentrationen Auswirkungen auf die Lebensgemeinschaften in den Gewässern haben. Daher unterstützt die IGKB verschiedene Forschungsarbeiten, die sich mit möglichen negativen Einflüssen dieser Verbindungen auf die Umwelt haben und die nach Wegen suchen, sie aus den Gewässern zu entfernen. Ausserdem wirkt die IGKB zusammen mit anderen Organisationen darauf hin, dass solche potenziell bedrohlichen Substanzen erst gar nicht in die Gewässer gelangen können.

Zum Hintergrund
1992 haben die Vereinten Nationen auf der legendären Umweltschutzkonferenz in Rio de Janeiro beschlossen, jedes Jahr am 22. März den Weltwassertag zu begehen. Jedes Jahr steht er unter einem anderen Motto, in diesem Jahr lautet das Thema «Wasser und Zusammenarbeit». Ausserdem hat die UN im Dezember 2010 das Jahr 2013 zum «Internationalen Tag der Wasserkooperation» erklärt.

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