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Mehr Straftaten und weniger Verkehrsopfer im Thurgau

Frauenfeld – 2012 haben die Straftaten im Kanton Thurgau um elf Prozent zugenommen. Damit liegt die Zahl der Delikte nach dem Rückgang von 2010 und 2011 wieder auf dem Niveau der Jahre 2008 und 2009. Auf den Thurgauer Strassen waren 2012 weniger Verkehrsopfer zu verzeichnen. Die Zahl der verletzten und getöteten Personen hat abgenommen, obwohl mehr Unfälle registriert wurden. (Text: Kapo TG)

Über den gesamten Kanton haben die Aussendienste der Kantonspolizei Thurgau die Schwerpunktkontrollen im öffentlichen Raum im Jahr 2012 um über 25 Prozent, auf knapp 8000 Einsatzstunden, erhöht. (Bild: Kapo TG)

Über den gesamten Kanton haben die Aussendienste der Kantonspolizei Thurgau die Schwerpunktkontrollen im öffentlichen Raum im Jahr 2012 um über 25 Prozent, auf knapp 8000 Einsatzstunden, erhöht. (Bild: Kapo TG)

Wie in fast allen Kantonen – ausser Genf und Zug – habe die Zahl der Straftaten auch im Thurgau zugenommen, sagte Kommandant Hans Baltensperger an der Jahres-Medienkonferenz der Kantonspolizei Thurgau. Mit einer Zunahme um elf Prozent auf 11642 Delikte bewegen sich die Zahlen dabei im Bereich der Jahre 2008 und 2009, nach einem Rückgang 2010 und 2011. Im Kanton Thurgau seien pro 1000 Einwohner 46,2 Straftaten verübt worden, sagte Baltensperger; der nationale Durchschnitt liege bei 78,9. Mit dieser Häufigkeitszahl von 46,2 steht der Kanton Thurgau etwa gleich da wie die Kantone Graubünden und Schaffhausen. Im Kanton Appenzell Ausserrhoden (53) und im Kanton St. Gallen (51) liegt die Kennziffer höher.

Häufung von Gewalt in Wochenendnächten
Vertieft ging der Kommandant auf die Gewaltstraftaten ein. 853 solche Delikte wurden 2012 registriert – 120 mehr als 2011, aber weniger als in den Jahren 2007 bis 2010. Trotz dieses Anstiegs erreichte die Kantonspolizei Thurgau erneut eine Aufklärungsquote von über 87 Prozent: «Es wurden also mehr Gewaltstraftaten aufgeklärt.» Positiv sei zu vermerken, dass kein Tötungsdelikt, auch kein Versuch, zu verzeichnen war. Die Gewaltstraftaten mit den grössten Fallzahlen, die einfache Körperverletzung und die Tätlichkeiten, haben 2012 zugenommen.

Die Kantonspolizei Thurgau hat diese Delikte untersucht und dabei den Fokus auf die Tatzeiten gelegt. Diese Analyse hat laut Baltensperger Eindrücke von der «Front» bestätigt, dass solche Delikte meist an Wochenenden, abends und nachts begangen werden. Mit der Entwicklung zur 24-Stunden-Gesellschaft habe sich auch im Thurgau das Ausgehverhalten deutlich verändert, sagte der Kommandant: «Die Zeiten, als mit der Polizeistunde um Mitternacht Ruhe einkehrte, sind längst vorbei.» Die Kantonspolizei habe auf diese Entwicklung reagiert und ihre Präsenz an definierten Brennpunkten erhöht. «Dieses Vorgehen entspricht der Maxime der Kantonspolizei Thurgau, lagegerecht Schwerpunkte zu bilden», betonte Hans Baltensperger.

Über den gesamten Kanton haben die Aussendienste der Kantonspolizei Thurgau die Schwerpunktkontrollen im öffentlichen Raum, auf Bahnhöfen, in Einkaufszentren und in Wohnquartieren im Jahr 2012 um über 25 Prozent, auf knapp 8000 Einsatzstunden, erhöht.

Einbruchsschutz als zentraler Teil der Prävention
Bei den Vermögensdelikten ist eine Zunahme zu verzeichnen. Mit knapp 1100 Delikten liegt die Zahl der Einbrüche auf dem Niveau von 2007. Auffallend sei, dass die Zahl der Dämmerungseinbrüche, die sich jeweils im Spätherbst mit der Umstellung auf die Winterzeit häufen, 2012 zurückgegangen ist. Die sichtbare Präsenz der Kantonspolizei Thurgau in den Wohnquartieren habe offenbar die angestrebte präventive Wirkung gezeigt, sagte der Kommandant: «Einbruchsschutz  bleibt ein zentraler Bestandteil der Präventionsarbeit der Kantonspolizei Thurgau.» Eine wichtige Funktion komme dabei dem neuen Fachbereich Prävention zu, der im Oktober seine Tätigkeit aufgenommen hat.

Zugenommen haben auch die Diebstähle aus Fahrzeugen. Zurückzuführen ist der Anstieg auf eine markante Häufung in Amriswil, in Romanshorn und in Weinfelden. Die Aufklärung dieser Straftaten ist schwierig, weil es sich oft um Spontandelikte handelt und weil kaum Spuren gesichert werden können. Dennoch habe die Kantonspolizei Thurgau 2012 dank aufwändiger operativer Massnahmen die Aufklärungsquote deutlich verbessern können, sagte der Kommandant.

Bei den ermittelten Tätern handelte es sich zumeist um Asylsuchende aus Nordafrika. Einige der festgenommenen Asylsuchenden kamen aus ausserkantonalen Asylunterkünften in den Thurgau, um hier Straftaten zu begehen. Positiv wertete Baltensperger den leichten Rückgang bei den Ladendiebstählen. Dies sei nicht zuletzt dem Instrument der Ausgrenzung zu verdanken, das die Kantonspolizei Thurgau zusammen mit dem Migrationsamt und dem DJS in der Stadt Kreuzlingen erfolgreich durchsetzt.

Weniger Opfer von Verkehrsunfällen
Gemäss Verkehrsunfallstatistik der Kantonspolizei Thurgau wurden im vergangenen Jahr 1422 Verkehrsunfälle polizeilich bearbeitet, 79 mehr als 2011. Erfreulicherweise ging die Zahl der Unfälle, bei denen Personen zu Schaden kamen, um rund sechs Prozent zurück: 781 Personen (830) wurden verletzt; elf Personen, zwei weniger als im Jahr 2011, kamen auf Thurgauer Strassen ums Leben. Zu berücksichtigen ist, dass die Zahl der Unfälle und der Verkehrsopfer seit 1992 rückläufig ist – und dies, obwohl der Motorfahrzeugbestand um über 60 Prozent und damit auch die Verkehrsfrequenzen stark zugenommen haben.

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