/// Rubrik: Leserbriefe

Volksinitiative Autofreier Boulevard

Kreuzlingen – Diese Tage flatterte der Unterschriftenbogen für die Volksinitiative zur Abstimmung eines autofreien Boulevards in meinen Briefkasten. (Text: Hermann Merz)

(Bild: Archiv)

(Bild: Archiv)

Nach eingehendem Studium dieses Formulars muss ich nun doch noch einige Gedankenanstösse geben. Die Initianten der Volksinitiative streichen unter Punkt 1 fett hervor, dass man auch gerne dort einkauft, wo man sich wohl fühlt. Dies hat sicherlich seine Berechtigung. Unter Punkt 2 will man durch einen autofreien Boulevard hervorstreichen, dass es endlich mehr Raum zum Verweilen, Essen und Trinken geben würde. Dies ist doch aber sicherlich bereits schon vorhanden, zähle ich an der Hauptstrasse doch bereits einige Wirtschaftslokale, die sogar über Garten-/Strassenlokale verfügen. Unter Punkt 3 wird hervorgehoben, dass mit diesem Vorgehen das Thema eines autofreien Boulevards endlich öffentlich diskutiert würde.

Möglicherweise ist es den Initianten aber entgangen, dass dieses Thema schon längere Zeit die Kreuzlinger Bevölkerung beschäftigt. Nebst diesen Bemerkungen sei an dieser Stelle auch noch festgehalten, dass sich mit dieser Initiative nicht diejenigen Bewohner verantwortlich zeigen, die letztendlich – sollte der Boulevard autofrei werden – an den von den Umleitungen des Verkehrs betroffenen Strassen zu Hause sind. Irrtum vorbehalten wohnen die Mitglieder des Initiativkomitees an der Alten St. Galler-, Rothaus-, Kirch-, Untersee-, Loh-, Alpstrasse und Seeweg. Schön, dass zumindest das Initiativkomitee von den negativen Auswirkungen (vermehrtes Verkehrsaufkommen) eines autofreien Boulevards nicht betroffen sein würden.

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One thought on “Volksinitiative Autofreier Boulevard

  1. Bruno Neidhart

    Hermann Merz hat exakt recherchiert, wo überall das „Initiativkomitee“ wohnt. Das war nicht nur überflüssig, sondern als Akt auch ziemlich zweifelhaft! In Demokratien ist es nicht verboten, sich eine Meinung zu bilden, auch wenn man nicht zu den „allfällig Betroffenen“ gehört. Es geht beim „Boulevard“, der nun wirklich nicht ausgegoren ist, um etwas städtisch Übergeordnetes, Grundsätzliches. Da bilden sich halt Meinungen. „Die Gedanken sind frei“, sagte schon Heinrich Heine.
    Bruno Neidhart, Konstanz

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